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27

Jun

2010

Endlich Sommer, oder?

By richy. Posted in Allgemein | 1 Comment »

Jetzt komm ich gerade nach Hause und schaue nochmal schnell im Netz, wie denn das Wetter morgen zum großen “Schland”-Spiel gegen unsere englischen Gegner wird. Schön. Der Sommer scheint nun doch mal Einzug zu halten.Zeit wird`s.

Als ich mir so die Wetterkarte ansehe, denke ich natürlich mal wieder an das gelobte Land, was mir nicht so recht aus dem Kopf gehen will, und was ich mit Fahne und eigenartigen Patriotismus bei der WM angefeuert habe:

A U S T R A L I A ! !

Ums kurz zu machen: Wenn ich schonmal beim “Wetterchecken” bin, schau ich doch gleich mal zu meinen Aussies rüber, wie es da, so mitten im WINTER aussieht, Hier das Resultat:

Da sehnt man sich doch zurück. Und trotzdem: Deutschland ist, zumindest zur Zeit, auch schön.


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12

Apr

2010

Mein neues Haustier

By richy. Posted in Allgemein | 1 Comment »

Das wäre auf jeden Fall ein Kangeroo. Eigentlich wollte ich mir eins mitnehmen. Als ich im Leipziger Zoo war. Mein Brüderchen, was stolze “24″ Jahre alt geworden ist, besuchte den vermeintlich großen Zoo in unser schillernden Nachbarmetropole und nahm mich und ein paar Freunde mit.

Und es gab sie, die Australien Ecke. Voller Spannung und vor allem Erwartung sind wir also reinspaziert und haben dann weder das auf Schildern angepriesene rote Riesenkänguru noch andere australientypische Tiere gesehen. Enttäuschend.

Auch wenn mein treuer Leser aus Neuseeland, der dem Deutschen recht mächtig ist (KiwiBoy), mir kein Kangeroo bescheren kann, vermag er es doch mir immer wieder nette Geschichten, Clips und Stories aus dem Netz über down under nahe zu legen. So auch dieses zuckersüße youtube Video:

thank you so much KiwiBoy :-)


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4

Apr

2010

So schnell kann`s gehen

By richy. Posted in Allgemein | 4 Comments »

Fühlte ich mich in den ersten Tagen in Deutschland noch sehr verloren und fremd bin ich nun auch mental wieder ganz in good old Germany angekommen. Schneller als gedacht. Schon ist es, als ob ich nie weg gewesen wäre.

Einiges hat sich seit meiner Ankunft getan. Das Wichtigste, wenn auch banal, ist der Frühling der nun endlich mal den nicht enden wollenden Frierwinter abgelöst hat. Endlich kann man auch in diesem Land mal ohne 30 cm Hautbedeckung rausgehen ohne gleich den Kältetot zu fürchten.

Dass der Frühling kommt liegt in der Natur der Sache, dass ich doch recht schnell und unkompliziert nen tollen Job finden würde, nicht. Dem ist so. Jahrelanges GEZ zahlen, studieren, radiopraktizieren und “nett sein” hat sich ausgezahlt und ich bin beim guten alten öffentlich-rechtlichen Rundfunk untergekommen. “Jump – der neue Sound im Radio” oder auch “Jump – der neue Job im Radio”.

Gleich vorweg: Man hört mich, bis auf ein paar kleinere Promos und gefakte Testimonials nicht on air. Ich will`s nicht verheimlichen: Mein Dialekt, dor nedde Hallenser, weeßte meinor Dialekt ist immernoch ein wenig da. Tja und da man bei dem öffentlich-rechtlichen Sender der sowieso genau für die Länder sendet in denen man diesen Dialekt spricht, die deutsche Hochsprache pflegt, muss ich noch ein wenig warten.

Stattdessen mache ich nun eine Aufgabe, die sich bestimmt nicht so spannend wie Moderation anhört, aber ist: Produktion. Um genau zu sein darf ich mich nun als Hörfunk-Layouter oder auch Radioproduzent bezeichnen.

So sehr ich mich hier auch wieder eingelebt habe, so fehlt mir doch das (noch schönere) Wetter, das englisch sprechen, die Mentalität und der Strand von “unten” stark. Deswegen bin ich drauf und dran, meine noch nicht ganz ernstgemeinte Rückreise zu organisieren.

Mein Studikumpane und meine Wenigkeit erarbeiten ein ausgeklügeltes Konzept um dort wohnen, arbeiten und reich werden zu können ;-) .

Weitere spannende Infos zu diesem weltbewegendem Vorhaben werden natürlich brandaktuell auf dieser jener Seite veröffentlicht!

Bis es soweit ist, hab ich noch eben ein Foto parat, was ich geschossen habe, als ich an einem, wunderschönen Tag bei der Radtour nach Hause geschossen hab:


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1

Mrz

2010

Hallo Deutschland

By richy. Posted in Allgemein | 3 Comments »

Es ist ein später Sonntag abend, eigentlich schon ein zeitiger Montag morgen und ich ärgere mich, weil ich es nicht geschafft habe, genau einen Monat nach Ankunft in Deutschland einen Eintrag zu schreiben und mich quasi hochoffiziell zurück zu melden. Nun gut, es ist jetzt also schon der 28.02. und ich bin seit einem Monat und einem Tag wieder hier.

Unser letzter Tag in Australien war passenderweise der Australia Day, dem Tag an dem alle Australier und diejenigen, die es gern wären mit auf die Wangen gemalten Fahnen und voller Nationalstolz das Land bevölkern und gute Laune haben. Wir hatten die nur bedingt, schließlich sollte unser Flieger 16:55 Uhr Ortszeit abheben und uns nach good old Germany weg vom anderen Ende der Welt bringen. Unsere letzten Stunden in Australien haben wir gut ausgekostet. Früh haben wir unser Gepäck ins Base Hostel gebracht, wir wussten, dass man dort riesige Gepäckfächer für günstig Geld mieten kann. Mit nur einem Strand Bag bestückt haben wir uns in den Bus gezwängt und sind an den Coogee Beach gefahren. Dort waren Himmel und Menschen, Live Musik und so viele Badende im Wasser wie wir nie zuvor gesehen hatten. Leider konnten wir nur 1,5 Stunden Sonne tanken, denn wir wollten zusammen mit Christoph, unserem Wahlaustralier der kurz vor der Staatsbürgerschaft steht die letzten Minuten im Herzen Sydneys verbringen.

Bei tollstem Wetter haben wir uns also nochmal das unvergessliche, großartige Bild gegeben, was sich einem bietet, wenn man am Circular Quay, zwischen Opera House und Harbor Bridge steht.

Beim Weg weg vom Circular Quay hin zum Base habe ich mich immer wieder umgedreht weil ich mich von diesem Bild und der schon jetzt aufkeimenden Erinnerung ich trennen konnte. Irgendwann ist das Opera House und die Bridge hinter einem Wolkenkratzer verschwunden und die Eile in der wir uns eigentlich befanden zum Vorschein gekommen.

Nach einem Sprint zum Base Hostel haben wir unser ganzes Gepäck und ein Taxi geschnappt. Dann ging alles schnell: Im Flughafen zum online check in Counter, dann in den Duty Free Bereich um noch ne Flasche Bundi (die ich in dieser Sekunde genüsslich trinke) zu kaufen und schon saßen wir im Flieger. Bis wir den australischen Kontinent verlassen haben, habe ich aus dem Fenster geguckt und mich gedanklich verabschiedet. Unser Zwischenstopp in Singapore war noch kürzer als der beim Hinflug. Von hier aus hatten wir aber sehr viel Platz im Flieger und konnten fast die ganze Zeit schlafen.

Beim Landeanflug in Frankfurt dachte sich unser Pilot nochmal ganz lustig zu sein und verkündete uns die Wetterverhältnisse wie folgt:

“draußen ist es wunderschön, Sonnenschein, 34 Grad……ähm, ach nee, das war ja Sydney, -14 Grad, dichte Wolken, Schnee, willkommen in Deutschland”.

Die Passkontrolle sprach Bände. Die Beamten haben dermaßen finster drein geschaut und es nicht fertig gebracht wenigstens ein “guten morgen” rauszukriegen. Als wir dann, von Patrick abgeholt, das erste Mal deutsche Luft schnuppern konnten, wussten wir entgültig, dass wir wieder daheim sind. Die Farblosigkeit von allem, was wir sahen gepaart mit der beißenden Kälte wirkte derartig erdrückend, dass wir uns bereits jetzt wieder zurück wünschten.

Letztlich sind wir mittags in Halle angekommen un jeder ist seiner Wege gegangen. Christian nach Merseburg, ich nach Neustadt.

Dort wohne ich imernoch bei meinen liebsten Eltern, die nicht nur, ich bins gewohnt, kein Internet, sondern grandioser Weise auch noch das Fernsehen abbestellt haben.

In den letzten Wochen habe ich mich wieder ganz gut eingelebt, leide aber an großer Australien Sehnsucht. Aber es wird besser. Mit etwas Glück wartet ein neuer Job, dann also auch eine neue Wohnung und ganz sicher der nächste Sommer auf mich.

Ich habe mich entschieden, diesen Blog weiter zu führen. Es gibt immer mal wieder Dinge, die ich gerne teilen würde, wen`s interessiert, sei herzlich willkommen weiter zu lesen. Diejenigen, die sich nur die Reise anschauen wollten seien aber auch dazu angehalten nochmals hier drauf zu schauen. Ich mach gerade noch ein kleines Abschiedsvideo.

Verabschieden werde ich mich auch erstmal, schließlich gibts morgen viertel 8 leckeres Frühstük made by mama :-) .


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25

Jan

2010

Blauer als der Himmel

By richy. Posted in Allgemein | 4 Comments »

Nicht wirklich. Die Blue Mountains sind eigentlich nicht blau. Der Name kommt vom Schimmer, der manchmal über den Bergen zu sehen ist. Er kommt vom Eukalyptusöl was von den entsprechenden Bäumen abgesondert wird.

Das alles wollten wir sehen, die Berge, den Schimmer und die „aufregende Schwebebahn“ die hoch oben über die Schluchten gondelt. Also haben wir unser Motorhome kurzerhand um 3 Tage verlängert, den Markus nach einer gepflegten Partynacht in der Sidebar zum Flughafen und uns selbst nach Glenbrook, dem Tor zu den Mountains gebracht.

Nach dem gewohnt ausgedehnten Frühstück in der Sonne mit Nutella, Honig, Käse und Kaffee ging es nach Katoomba, dem Ausgangspunkt um die Blue Mountains zu erkunden. Der Echo Point ist die Plattform, von der man die berühmten 3 Sisters sehen kann. Ehrlich gesagt war ich enttäuscht. Die 3 Sisters sind im Prinzip 3 Felsen die ein bisschen hervorstehen /herausragen. Im Elbsandsteingebirge kriegt man hundertmal beeindruckendere Felsformationen zu sehen. Egal. Wir haben uns auf den 3 Stunden Loop Walk geeinigt und sind die sausteile Treppe runter ins Tal und dort den Felsen entlang bis zur Talstation der Bergbahn gelaufen. Spätestens jetzt wussten wir wieder, dass wir nicht im Elbsandsteingebirge sind. Denn wir waren wieder mit tropischen Pflanzen und bunten Vögeln umgeben. Noch dazu hat man sich viel Mühe gegeben um am Wegesrand auf Schildern und in alten Höhlen über die Vergangenheit der Blue Mountains als Kohlebergwerkgebiet zu informieren.

Schließlich mussten wir die 5 Millionen Stufen die wir runter sind auch wieder hoch, nicht der gleiche Weg, dafür genauso steil. Oben angekommen habe ich mich entschieden mit der gläsernen Seilbahn die Schlucht zu überqueren. 10 Dollar, 2 Minuten. Es war schon schön, aber viel zu kurz. Diese Bahn darf man getrost als Gelddruckmaschine bezeichnen. Hannes und Christian sind gelaufen, wir haben uns dann auf dem Rückweg getroffen und sind zurück „nach Hause“ marschiert.

Am Abend haben wir wieder in Glenbrook Halt gemacht, dort auf den (ich LIEBE SIE) Barbeques Hamburger gebrutzelt und abends noch Filmchen geschaut.
Ein paar Bildchen, von den gar nicht so aufregenden Blue Mountains sind hier:

Donnerstag war es nun soweit. Unser Auto, was für 19 Tage unser Heim war, mussten wir abgeben. Wir haben uns natürlich mal wieder vom Feinsten verkalkuliert. Dieses Sydney und sein Verkehr ist die Hölle. Dazu mussten wir die blöde Karre auch noch waschen und sowohl Gas als auch Benzin auftanken. Schlussendlich haben wir`s noch pünktlich hingekriegt, sind in die Stadt um unser Hostel zu beziehen und uns für Hannes Abschiedsparty zu rüsten. Aus der ist leider nichts geworden. Ich bin, ich weiß immer noch nicht, was los ist, krank geworden.

Seit Hannes weg ist, verbring ich die letzten Tage damit im Bett zu liegen, Film zu schauen und…im Bett zu liegen. Heute geht’s besser, muss es auch, unser letzter Abend nähert sich unaufhaltsam.


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17

Jan

2010

Das Ende naht

By richy. Posted in Allgemein | 8 Comments »

Nicht nur das unseres Roadtrips, sondern auch das meines Aussie Jahres. Zum Glück haben wir kurz vor dem Finale noch einiges zu Gesicht bekommen.

Nachdem wir Adelaide verlassen haben, sind wir nach Portland gefahren um dort selber zu fliegen und dann die Great Ocean Road zu befahren. Von Warrnambool nach Geelong schlengelt sie sich am Meer entlang, vorbei an traumhaften Stränden, einer beeindruckenden Steilküste und kleinen Dörfern mit teuren Villen mit Blick auf den Ozean. Wahrscheinlich ist diese Straße nicht nur weltberühmt sondern auch die meistbefahrenste Straße die weder Free- noch Highway ist. Gleich zu Anfang gibt’s im Wasser stehende Riesenfelsen vor der von Strömungen und Wellen geformten Küste, später kommt das wohl widerlichste Massentouristenziel überhaupt, die 12 Apostel. Den Hype darum verstehe ich nicht im Mindesten. Im Vergleich zum bisher Gesehenen wirken sie langweilig. Direkt an der Road hat man ein hoch modernen Bau hingesetzt und einen breiten, geteerten Gehweg zum Aussichtspunkt hingepflastert.

Mit dazu gehört natürlich ein gigantischer Parkplatz, der eher an ein Einkaufszentrum statt die Natur erinnert.
Der breite Weg ist noch immer nicht breit genug für die vornehmlich japanischen und deutschen Rentnerreisegruppen die mit Großraumbussen angekarrt werden. Gefühlt sieht man mehr Menschen als Wasser im Ozean.

An dieser Stelle haben wir nur 10 Minuten verbracht um uns dann schnell ins Auto zu retten, welches uns von dieser „Attraktion“ entfernte.

Eine Nacht haben wir an der Great Ocean Road verbracht, diesmal nicht per Schwarzcampen, sondern ganz artig im Caravan Park. Campen ist streng verboten und hier wird, im Gegensatz zu den meisten anderen potentiellen Schwarzcampplätzen auch streng kontrolliert.

Der nächste Tag gehörte nochmal der Great Ocean Road. Im Eiskalten Wasser waren wir baden und haben deutlich gemerkt, dass auf der gegenüberliegenden Seite die Antarktis liegt. Schließlich sind wir nach ein paar Koala und Kochstopps in Geelong eingetroffen. Geelong ist die zweitgrößte Stadt im Bundesstaat Victoria und liegt 70 km vor Melbourne, was wir dann am nächsten Tag erreichten.
Diesmal hatten wir 4 Cams, die tollte von Markus plus 3 Handys, hier die Ergebnisse:

Melbourne hat genau das gehalten, was es versprach. Und das waren Wetterumschwünge, die Ihresgleichen suchen. Die erste Nacht in Melbouren hat das Thermometer 36 Grad gemessen, nachts um 3 Uhr! Das war die heisste Nacht in Melbourne seit 1902. Am nächsten Nachmittag waren es noch 18 Grad (vorhergehender Nachmittag: 44 Grad).

Ansonsten ist Melbourne halt eine Großstadt. Der berühmte Stadtteil St. Kilda, in dem wir übernachteten, war nett, dessen Strand eher mäßig. Unsere Weggehversuche schlugen fehl, irgendwie haben wir nichts Gutes gefunden. Der vorletzte Tag hat mir aber doch noch ein rettenden Blick auf Melbourne gewehrt. Ich spazierte mit dem Hänschen erst duch die botanischen Gärten und dann in die Stadt zum Federation Square an dem ich schon vor knapp nem Jahr mit Stefan und dem anderen Hannes ein Bierchen (oder waren es 3?!) getrunken habe. In Melbourne haben wir vergleichsweise wenige Bilder geschossen, aber einige sind es ja geworden:

Nun haben wir Melbourne verlassen und sind Richtung Sydney unterwegs. Im Moment nutzen wir das schrecklich langsame Maccas WiFi und ärgern uns über schlechtes Wetter.
Und das wird in den letzten Tagen hoffentlich besser.


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13

Jan

2010

Nur Fliegen ist schöner

By richy. Posted in Allgemein | 4 Comments »

Ein grandioses Silvester haben wir gefeiert, dann hieß es aber auch schon die wieder die glänzende Megapole Sydney zu verlassen, denn unser letzter Roadtrip sollte beginnen. Natürlich sind wir nicht, wie geplant nach Melbourne, sondern gleich schräg durchs Outback in die bekannteste Stadt des Südens „Adelaide“ gefahren. Schon nach 2 Tagen waren wir da, denn bekanntlicherweise ist im Outback nicht so viel zu sehen. Umso mehr in Adelaide.

Bevor wir in die Hauptstadt South Australias einfuhren, machten wir noch nen kleinen Abstecher nach Hahndorf. Das hört sich nicht nur deutsch an, sondern ist es auch. In der Theorie zumindest. 800 Deutsche Auswanderer haben sich im 19 Jh. diesen hübschen Flecken Erde ausgesucht um ihre Zelte aufzuschlagen. Aus diesen Zelten sind heute nicht etwa deutsch aussehende Gebäude, sondern vielmehr die gleichen langweiligen Aussie Hütten, wie überall anders auch, geworden. Alles steht auf Englisch an den Häusern und Schildern, nur ein paar deutsche Würste und Sauerkraut stehen auf den Speisekarten der Restaurants an prominenterer Stelle. Das war`s. Enttäuschend.

Diese Enttäuschung war der Grund dafür, dass wir uns schnell wieder in unser Motorhome geschwungen haben und weiter nach Adelaide, was gleich um die Ecke ist, gefahren sind.  Dort zu späterer Stunde angekommen, konnten wir zu meiner großen Überraschung und Freunde einen bombastischen Sonnenuntergang über dem Meer zuschauen und danach in unserer intergrierten Küche lecker Nudeln mit scharfer Salami, crushed tomatoes und Tomatenmark zubereiten.

Die nächsten 2 Tage haben wir mit ein wenig Sightseeing und rumlungern am Strand verbracht. Schon in Alice Springs hatte ich gelesen, dass man in Adelaide günstig Jetski fahren kann. Also hab ich angerufen und mir die größte Enttäuschung „abgeholt“ die ich bisher in Australien hatte. Ich sollte dazu sagen, dass ich seit Beginn meiner Reise Jetski fahren wollte. Und nun sagt mir der Typ an der anderen Seite der Leitung, dass seine im Verhältnis preisgünstigen Jetski Touren restlos bis nächste Woche ausgebucht seien. So lange konnten wir nicht warten, schließlich lag die Great Ocean Road, Melbourne und dann die Strecke nach Sydney noch vor uns.

Also habe ich das getan, was schon ein paar Mal geholfen hat: Ich habe angefangen den freundlichen Jetski Guide zu nerven. Nach 4 Telefonaten und viel Überredungskunst hat er uns noch am Freitag reingequetscht. Zwei mal 1,5 Stunden Jetski Tour, die dann alles gehalten hat, was sie versprach. Herrlich. Toll, großartig. Perfekt. Jetski  fahren ist für mich der tollste Wassersport (Ich kenne Kite Surfing ja noch nicht).

Noch am gleichen Tag sind wir stolze 570 km gefahren um zur Nähe der Great Ocean Road zu kommen, auf dass wir diese dann in Ruhe abfahren konnten. In Portland sind wir gelandet, Markus und ich dann auch wieder abgehoben. Instruction Flight hieß dass Wort, was uns Aufhören lassen hat. Sprich: Selber ein Flugzeug fliegen. Ein Zweisitzer Flugzeug war das Gerät von dem uns in der Luft das Steuer übergeben wurde. Ab und zu, wenn ich dem Piloten zu krasse Kurven oder zu steil berg auf berg ab geflogen bin, hat er das Ruder übernommen und ich konnte knipsen. Das Resultat davon, wie auch vom Jetski gibt’s jetzt:

Vor 2 Tagen sind wir in Melbourne angekommen und haben die wahrscheinlich schönste Straße der Welt hinter uns gelassen. Bilder und ein bischen Geschwatz von unserer Tour von Portland über die Great Ocean Road nach Melbourne gibt es in wenigen Tagen an dieser Stelle. Bis dahin genieß ich den Sommer, bei aktuell 39 Grad und meine liebsten Leser den Winter, bei wahrscheinlich – 39 Grad ;-) .


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5

Jan

2010

Aus der Wüste in die Tropen

By richy. Posted in Allgemein | 2 Comments »

Oder: Von Alice Springs nach Darwin. Das ich aus der Mitte Australiens nach ganz oben gefahren bin, hab ich schon erzählt, das Darwin ein nettes Städtchen, was zu teuer und zu gefährlich ist, auch.

Vom gefählichen Darwin bin ich, nachdem wir bereits auf dem Weg nach Darwin den Versuch unternommen hatten, nun endlich in den Lietchfield Nationalpark gefahren. Natürlich nicht allein, sondern mit netter Begleitung von Barbara, der Französin, Anna aus Holland und Michael, einem Ami aus Alaska, schon etwas älter.

Im Gegensatz zum erwähnten Versuch, konnten wir diesmal die Straßen im Nationalpark passieren. In der Regenzeit kommt es in den ropen nämlich dauernd vor, dass reißende Flüsse die Straßen queren. Ohne 4WD (Allrad Auto)hat man keine Chance.

Endlich im Lietchfield angekommen, konnten wir aber alles mit unserem Holden erkunden. Letztendlich ist Lietchfield Urwald. Dort gibt es riesige Wasserfälle und erfrischende Naturpools in den man Baden gehen kann. Vorsicht ist alerdings geboten, denn die Krokodile sind auch er zahlreich vertreten. Süßwasserkrokodile sind angeblich harmlos. Die Salties (Leistenkrokodile) nicht. Wenn der Regen so stark ist, dass er den ganzen Park flutet, können Salties auh in die eigentlich sicheren Pools eindringen. Wir sind trotzdem überall rein, denn Wanrschilder waren da nicht – also: No worries! Ein Highlight war für mich der Jumping Crocodile Cruise. Im Adelaide River tummeln sich die wesentlich größeren Salties rum. Genau dort schippert man dann mit einem flachen Kahn entlang und lockt die Viecher mit lecker Fleisch an. Dann kommen die bis zu 5 Meter langen Ungetüme an und schnappen zu. Nettes Gefühl, ca. 50 cm von einem solchen Tier entfernt zu sein. Aber es ist sicher.

In den viel bekannteren Kakadu Nationalpark konnten wir leider nicht, denn dort waren die Hauptsachen alle geschlossen, da geflutet. Sehr gern rede ich mir ein, dass der Kakadu nicht viel besser ist, nur viel größer. Das sagen zumindest viele Leute, denen ich zu gern glaube. Rausfinden kann ich es zumindest dieses Mal nicht mehr. Auch wenn das Wetter nicht ganz toll war, habe ich mein Handy gezückt:

Am 20.12. bin ich dann nach Sydney geflogen. Eine Nacht bei einem Freund, dann ging es nach Scone, wo ich bekanntlicherweise 5 Monate meiner Aussie Zeit verbracht habe. Markus aht mich begleitet, ich habe Freude und meine Gastfamilie wieder gesehen. Ich habs genossen. Und gelacht habe ich, über die Australier, die dermaßen kitschig ihr Häuser mit bunten Lichtern beschmücken, dass es einem hoch kommen kann.

Am Heiligen Abend war ich feiern. In dem Pub war eine Schlägerei, die zwar lustig war, aber meiner eh schon nicht vorhandenen Weihnachtsstimmung nicht gerade zuträglich war. Den ersten Weihnachtsfeiertag hab ich dann zum einen Teil im Zug nach Sydney, zum zweiten Teil im Regen wartend vor meines Couchsurfer Hosts Haus und zum dritten Teil mit Schauen eines schlechten, auch noch mit der Videocam aus dem Kino mitgeschnittenen Films verbracht.

Am sogenannten Boxing Day, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, hab ich mit aller Macht versucht, mein verdientes geld schnell unter die geschäftstüchtige Verkäuferschicht zu bringen, hab mir Schuhe und nen hässlichen Gürtel gekauft.

Mit Stadtbummel, Feiern gehen mit Markus und weiteren Shopping Touren (u.a. in David Jones, für weiblichen Leser) habe ich mir die restliche Zeit vertrieben.

Mein liebster Bruder  ist am 29. Dez. eingetroffen und hat sich von “meinem” Sydney verzaubern lassen.Nun sind wir nach erfolgreichen Sylvester nun doch nicht nach Melbourne, sondern nach Adelaide gefahren, und machen jetzt unseren letzten großen Urlaub. Und nun haben wir, dank Markus, auch ne tolle Kamera dabei. Bald gibt es also endlich mal tolle Bilder ;-)


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2

Jan

2010

Happy New Year

By richy. Posted in Allgemein | No Comments »

Mittlerweile kann ich das allen Freunden und meiner Familie wünschen, egal wo auf der  großen Welt sie sich rumtreiben. Wir haben es ja nun alle geschafft, Silvester 2009/2010.

Allen meinen Freunden, meiner ganzen Familie und allen die mir wichtig sind, wünsche ich eingroßartiges, gesundes und erfolgreiches Jahr 2010.

Ich selber bin bestens rein gerutscht, so gut wie noch nie. Zu Silvester mit kurzer Hose am Wasser zu sitzen und einen solch majestätischen Ausblick zu haben, hat den Rutsch zu einem Vergnügen gemacht. Und sogar ein Teil meiner geliebtgen Familie war da – Hannes ist gesund und munter, dafür aber mit 2 Stunden Verspätung am 29. in Sydney angekommen.

Es gibt mal wieder viel zu erzählen und zu zeigen, da wäre meine Tour durch den Litchfield Nationalpark, die harsche Regenzeit in Darwin, die ich hautnah miterlebe konnte, mein Abstecher zu Weihnachten nach Scone und natürlich die aufregende Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr in der gerade jetzt so pulsierenden Weltmetropole Sydney.

Leider ist Zeit und Internetverfügbarkeit deprimierend begrenzt, deswegen muss ich einmal mehr vetrösten. Wir brechen gleich auf um unseren Van zu holen, mit dem wir dann gemütlich nach Melbourne gondeln werden. Alle Pix und meine Storys zu besagten Erlebnissen werde ich innerhalb der nächsten 3 Tage posten.

So long, catch ya later


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18

Dez

2009

Ab in den Sommer

By richy. Posted in Allgemein | 1 Comment »
Seit Anfang Dezember ist Sommer in Australien. Sommer bedeutet Regen – zumindest im Norden des Landes, der in den Tropen liegt. Trotz des nicht so freundlichen Monsunklimas wollte ich den Norden, sprich Darwin und umliegende Nationalparks sehen. Ich habe es nach Darwin geschafft, allerdings habe ich sowohl Auto als auch Christian zurück gelassen. Nach dem der Albtraum vom ständigen Anrufen in der Werkstatt, vom dauernden vertröstet werden von der Werkstatt und vom immer höher werden Reparaturpreis zu Ende schien, fing er eigentlich erst an:
„Nur der Computer im Auto muss noch zurückgesetzt werden, dann rollt er wieder“ waren die Worte, die mir der wortkarge Werkstattmeister entgegen brachte. 2 Tage nach diesem informativen Gespräch sollte das Auto zum Abholen bereit stehen – das tat es NATÜRLICH nicht. Ganz im Gegenteil. Auf die Nachfrage, wie lange es denn nun noch dauern würde und dem Hinweis, dass ich gern in 2 Tagen nach Drwin aufbrechen würde, vermittelte dieser immer unsympathischer werdende Typ, dass die „andere Werkstatt“ zur Zeit sehr beschäftigt ist und er nun warten müssen. „As soon as possible“ war die genauste Zeitangabe, die er machte. Völlig angesäuert ließ ich mir die Adresse und Nummer von „der anderen Werkstatt“ geben um dort selbst Druck zu machen. Dort angekommen meinte der alte Mann, der der Chef zu sein schien, dass er zu viel zu tun hätte und auch bald in den Weihnachtsurlaub geht. Möglicherweise könnte er das Auto nicht mehr in diesem Jahr (seine Miene meinte wahrscheinlich „nicht mehr in diesem Leben“) reparieren. Gegenüber wäre noch eine Werkstatt, die das auch machen könnte.
Kurzum: Ich habe diese andere Werkstatt an meine Ursprüngliche vermittelt, sodass das Auto letztlich in zwei weiteren Tagen „fertig“ gestellt wurde.
Gott sei Dank habe ich beim Abholen darauf bestanden, vorher eine Probefahrt zu machen. Nun erreichte der Albtrum seinen traurigen Höhenpunkt: Das Auto sah aus wie Sch****, es fuhr sich wie ein 2 PS Moped und war so laut wie ein 2000 PS Truck. Entrüstet brachten wir das verdreckte, nicht rund laufende Auto zu dem mittlerweile verhassten Werkstatt Typen zurück. Kurzzeitig überlegte ich das Auto einfach dort zu lassen, sprich die Reparatur, die immerhin stolze 1700 Dollar kostete, nicht bezahlen zu müssen und das Ganze als Kollateralschaden abzuhacken.
Nach 4 Stunden Rumgeschraube und dem Wechsel der Zündkerzen fuhr sich unser Schlitten aber wieder fabelhaft und wir zahlten.
Meine Mitfahrer waren mittlerweile abgesprungen und ich hatte ein Angebot von zwei Mädels mit ihnen nach Darwin zu fahren. Also habe ich am nächsten Morgen meine Tasche gepackt und bin zum „Top End“ aufgebrochen:
Bild
4 Leute waren wir in dem alten hässlichen Holden, was in Australien das Pendant zu Opel ist. „Chef“ der Reise war Anna, eine fließend englisch sprechende Holländerin. Dabei war dazu die Barbara, eine Französin mit alternativer bis lottrich-riechender Kleidung und einem nicht existenten englischen Wortschatz und zu guter Letzt der Horace, ein Taiwanese der wahrscheinlich auf Grund seiner fehlenden Lust zu sprechen auch nach knapp 2 Jahren Australien einen derart fiesen Akzent hat, dass man tausend mal nachfragen muss um ihn zu verstehen.
Auf Grund dieser Umstände waren die Unterhaltungen im Auto rar, wurden aber besser als ich mit mit Anna warm wurde.
Die 1500 km lange Fahrt war trotzdem spannend. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Vegetation ändert. Raus aus der ewig trockenen heißen Wüste werden die Gräser und Bäumer höher und immer grüner. Erst sieht man kleine Bäche, dann werden es reißende Flüsse bis hin zu überschwemmten Feldern und so viel Wasser wie das Auge reicht. Die erste als solche zu bezeichnende Stadt erreicht man nach rund 1000 km, nach dem man die Devils Marbles (faszinierend geformte Felsbrocken aus Granit) und das weltberühmte Daly Waters (hier hat Stuart bei seiner Durchquerung Australines Wasser gefunden) passiert hat. Die Stadt heisst Katherine, ist voller Ureinwohner und hat nicht viel zu bieten, außer ein Woolworths um die Lebensmitel wieder aufzufüllen.
Die Katherine Gorge, eine Wasserfelsschlucht nahe der Stadt ist allerdings ein Hingucker. Dort haben wir eine Kanutour gemacht.
Am nächsten Tag haben wir endlich Darwin erreicht, nachdem wir vergebens versucht haben in den Litchfield Nationalpark zu fahren. Nicht nur wir, sondern auch die Regenzeit ist in Darwin angekommen. Zwei Tage vor unserer Ankunft hat hier ein übler Sturm gewütet und ordentliche Andenken hinterlassen.
Darwin ist ein nettes Städtchen, hat einen großen Hafen, und viele deprimierende Strände, die jedoch wunderschön aussehen. Deprimierend sind sie deswegen, weil man nicht schwimmen gehen kann. Wenn man nach einer gefährlichen Stadt in diesem gefährlichen Land sucht, dann ist Darwin die richtige Adresse. Ins Meer kann man vor allem in der Regenzeit nicht gehen, da dort die Box Jellyfish warten. Die als Würfelquallen bekannten Tiere sollen die giftigsten Tiere der Welt sein. Das Gift, was von den Tentakeln abgesondert wird kann einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Der Schmerz bei Berührung der Qualle wird als unbeschreiblich grauenhaft beschrieben. Nun könnte man denken, dass man wenn schon nicht ins Meer, dann wenigstens in einen See und Fluss springen kann. Nichts da: Dort warten wenn man Glück hat Süßwasserkrokodile, die wohl harmlos sein sollen, wenn man aber Pech hat, trifft man die großen um die 5 Meter langen Salties (Salzwasserkrokodile). Diese Genossen sind tendenziell aggressiv und hungrig.  An Land hüpfen große Kröten rum, die allerdings eingeschleppt wurden. Auch die sind giftig, aber zumindest scheu. Die obligatorischen Schlangen krauchen auch rum, verstecken sich aber gut – man findet sie extrem selten.
Der Mensch hat sich trotzdem gut in diese Umgebung integriert, Darwin hat ne fette „Weggeh-Meile“, herrliche Sonnenuntergänge die man in einem die vielen netten Kneipen in den unzähligen Buchten genießen kann und natürlich eine vibrierende Backpacker Szene. Unangenehm fällt auf, dass alles teurer ist als anderswo.
Am Sonntag fliege ich für viel zu viel Geld zurück nach Sydney, werde dort das unweihnachtlichste Weihnachten feiern und dann meinen geliebten Bruder in Empfang nehmen. Bevor ich aber fliege, stelle ich einen weiteren Eintrag rein, in dem ich dann ein wenig über Litchfield erzähle und ein paar passende Bilder hinzufüge. Bis dahin gibt es diese hier:
Galerie

Seit Anfang Dezember ist Sommer in Australien. Sommer bedeutet Regen – zumindest im Norden des Landes, der in den Tropen liegt. Trotz des nicht so freundlichen Monsunklimas wollte ich den Norden, sprich Darwin und umliegende Nationalparks sehen. Ich habe es nach Darwin geschafft, allerdings habe ich sowohl Auto als auch Christian zurück gelassen. Nach dem der Albtraum vom ständigen Anrufen in der Werkstatt, vom dauernden vertröstet werden von der Werkstatt und vom immer höher werden Reparaturpreis zu Ende schien, fing er eigentlich erst an:

„Nur der Computer im Auto muss noch zurückgesetzt werden, dann rollt er wieder“ waren die Worte, die mir der wortkarge Werkstattmeister entgegen brachte. 2 Tage nach diesem informativen Gespräch sollte das Auto zum Abholen bereit stehen – das tat es NATÜRLICH nicht. Ganz im Gegenteil. Auf die Nachfrage, wie lange es denn nun noch dauern würde und dem Hinweis, dass ich gern in 2 Tagen nach Drwin aufbrechen würde, vermittelte dieser immer unsympathischer werdende Typ, dass die „andere Werkstatt“ zur Zeit sehr beschäftigt ist und er nun warten müsse. „As soon as possible“ war die genauste Zeitangabe, die er machte. Völlig angesäuert ließ ich mir die Adresse und Nummer von „der anderen Werkstatt“ geben um dort selbst Druck zu machen. Dort angekommen meinte der alte Mann, der der Chef zu sein schien, dass er zu viel zu tun hätte und auch bald in den Weihnachtsurlaub geht. Möglicherweise könnte er das Auto nicht mehr in diesem Jahr (seine Miene meinte wahrscheinlich „nicht mehr in diesem Leben“) reparieren. Gegenüber wäre noch eine Werkstatt, die das auch machen könnte.

Kurzum: Ich habe diese andere Werkstatt an meine Ursprüngliche vermittelt, sodass das Auto letztlich in zwei weiteren Tagen „fertig“ gestellt wurde.

Gott sei Dank habe ich beim Abholen darauf bestanden, vorher eine Probefahrt zu machen. Nun erreichte der Albtrum seinen traurigen Höhenpunkt: Das Auto sah aus wie Sch****, es fuhr sich wie ein 2 PS Moped und war so laut wie ein 2000 PS Truck. Entrüstet brachten wir das verdreckte, nicht rund laufende Auto zu dem mittlerweile verhassten Werkstatt Typen zurück. Kurzzeitig überlegte ich das Auto einfach dort zu lassen, sprich die Reparatur, die immerhin stolze 1700 Dollar kostete, nicht bezahlen zu müssen und das Ganze als Kollateralschaden abzuhacken.

Nach 4 Stunden Rumgeschraube und dem Wechsel der Zündkerzen fuhr sich unser Schlitten aber wieder fabelhaft und wir zahlten.

Meine Mitfahrer waren mittlerweile abgesprungen und ich hatte ein Angebot von zwei Mädels mit ihnen nach Darwin zu fahren. Also habe ich am nächsten Morgen meine Tasche gepackt und bin zum „Top End“ aufgebrochen:

4 Leute waren wir in dem alten hässlichen Holden, was in Australien das Pendant zu Opel ist. „Chef“ der Reise war Anna, eine fließend englisch sprechende Holländerin. Dabei war dazu die Barbara, eine Französin mit alternativer bis lottrich-riechender Kleidung und einem nicht existenten englischen Wortschatz und zu guter Letzt der Horace, ein Taiwanese der wahrscheinlich auf Grund seiner fehlenden Lust zu sprechen auch noch nach knapp 2 Jahren Australien einen derart fiesen Akzent hat, dass man tausend mal nachfragen muss um ihn zu verstehen.

Auf Grund dieser Umstände waren die Unterhaltungen im Auto rar, wurden aber besser als ich mit mit Anna warm wurde.

Die 1500 km lange Fahrt war trotzdem spannend. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Vegetation ändert. Raus aus der ewig trockenen heißen Wüste werden die Gräser und Bäume höher und immer grüner. Erst sieht man kleine Bäche, dann werden es reißende Flüsse bis hin zu überschwemmten Feldern und so viel Wasser wie das Auge reicht. Die erste als solche zu bezeichnende Stadt erreicht man nach rund 1000 km, nach dem man die Devils Marbles (faszinierend geformte Felsbrocken aus Granit) und das weltberühmte Daly Waters (hier hat Stuart bei seiner Durchquerung Australines Wasser gefunden) passiert hat. Die Stadt heisst Katherine, ist voller Ureinwohner und hat nicht viel zu bieten, außer ein Woolworths um die Lebensmittel wieder aufzufüllen.

Die Katherine Gorge, eine Wasserfelsschlucht nahe der Stadt ist allerdings ein Hingucker. Dort haben wir eine Kanutour gemacht.

Am nächsten Tag haben wir endlich Darwin erreicht, nachdem wir vergebens versucht haben in den Litchfield Nationalpark zu fahren. Nicht nur wir, sondern auch die Regenzeit ist in Darwin angekommen. Zwei Tage vor unserer Ankunft hat hier ein übler Sturm gewütet und ordentliche Andenken hinterlassen.

Darwin ist ein nettes Städtchen, hat einen großen Hafen, und viele deprimierende Strände, die jedoch wunderschön aussehen. Deprimierend sind sie deswegen, weil man nicht schwimmen gehen kann. Wenn man nach einer gefährlichen Stadt in diesem gefährlichen Land sucht, dann ist Darwin die richtige Adresse. Ins Meer kann man vor allem in der Regenzeit nicht gehen, da dort die Box Jellyfish warten. Die als Würfelquallen bekannten Tiere sollen die giftigsten Tiere der Welt sein. Das Gift, was von den Tentakeln abgesondert wird kann einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Der Schmerz bei Berührung der Qualle wird als unsagbar grauenhaft beschrieben. Nun könnte man denken, dass man wenn schon nicht ins Meer, dann wenigstens in einen See und Fluss springen kann. Nichts da: Dort warten wenn man Glück hat Süßwasserkrokodile, die wohl harmlos sein sollen, wenn man aber Pech hat, trifft man die großen um die 5 Meter langen Salties (Salzwasserkrokodile). Diese Genossen sind tendenziell aggressiv und hungrig.  An Land hüpfen große Kröten rum, die allerdings eingeschleppt wurden. Auch die sind giftig, aber zumindest scheu. Die obligatorischen Schlangen krauchen auch rum, verstecken sich aber gut – man findet sie extrem selten.

Der Mensch hat sich trotzdem gut in diese Umgebung integriert, Darwin hat ne fette „Weggeh-Meile“, herrliche Sonnenuntergänge die man in einem die vielen netten Kneipen in den unzähligen Buchten genießen kann und natürlich eine vibrierende Backpacker Szene. Unangenehm fällt auf, dass alles teurer ist als anderswo.

Am Sonntag fliege ich für viel zu viel Geld zurück nach Sydney, werde dort das unweihnachtlichste Weihnachten feiern und dann meinen geliebten Bruder in Empfang nehmen. Bevor ich aber fliege, stelle ich einen weiteren Eintrag rein, in dem ich dann ein wenig über Litchfield erzähle und ein paar passende Bilder hinzufüge. Bis dahin gibt es diese hier:

Heute ist der 18 Dezember, es müsste also kurz vor dem vierten Advent sein, oder? An dieser Stelle schonmal fröhliche Weihnachten. Es ist 20 Uhr, 35 Grad, Schwül. Ich fühle mich nicht ein kleines bischen wie Weihnachten.


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