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14

Mai

2012

Guats up?!

By richy. Posted in Amerika | 1 Comment »

Dieses Wortspiel platzieren die Guatemalteken auf den meisten Merchandise-Artikeln, ob nun T-Shirt, Tasse oder Armband. Doch die Antwort auf die dahinter stehende Frage (what`s up?) ist einfach zu beantworten: So Einiges!

Das Flores und das nahe gelegene Tikal (Maya Ruinen) echte Hingucker waren, habe ich ja schon erwähnt. In Rio Dulce hatten wir zum ersten Mal das Gefühl so richtig in Zentralamerika angekommen zu sein. Hier wird auf der Haupstraße, auf der stinkende LKW graue Rauchwolken ausblasen gekocht und gegessen, gefeiert und jeglicher Schnickschnack verkauft. Viel besser hat es allerdings in El Paiso gerochen, denn  hier findet man wunderschöne Wasserfälle mitten im Jungle, die in einladende Naturpools münden. Das allein ist ja schon fast Routine auf unserer Reise, die Beschaffenheit des Wasserfalls allerdings nicht. Das Wasser ist kochend heiß. Und wenn ich heiß sage, meine ich das. Das Wasser des Falls ist so heiß, dass man nicht drunter gehen sollte. Diese Gegend ist ein regelrechtes Naturparadies, wir sind von am Hang entlang ragenden Baumwurzeln in den Pool gesprungen und haben die durch einen Minitauchgang zu erreichende Natursauna genossen. Am Abend haben wir ein leckeres (und billiges) Mal auf der Straße zu uns genommen und sind dann über die größte Brücke Zentralamerikas in unser Hostel auf der Aaderen Seite des Rio Dulce (der Fluss) gelaufen.

Am nächsten Tag sollten wir eigentlich um eins vom Bus nach Semuc Champey abgeholt werden. Daraus wurde 14:30 Uhr. Ganze 5 Minuten ist der Bus gefahren um dann in der Stadt wieder anzuhalten, noch ne Stunde frischen Fisch einzuladen und dann nun endlich weiter nach Lanquin, unserem vermeintlich nächstemnSchlafort zu fahren. Schon nach einer Stunde Fahrt wandelte sich die bis dahin geteerte Straße zu einem steinigen Schotterpfad, den wir weitere 5 Stunden folgten. Es war zwar ziemlich heuprig, dennoch sehr schön. Wir fuhren durch grünes guatemaltekisches Gebirge, hin und wieder mussten wir noch steinigere Umwege fahren, weil der ursprüngliche Weg durch Erdrutsche vernichtet wurde. Auch haben wir gesehen, wie die armen Guatemalteken leben. Im Gebirge wohnen sie in einfachsten Holzhütten, in denen nicht mehr als eine Hängematte zum schlafen ist.

In Lanquin angekommen mussten wir feststellen, dass es in unserem Wunschhostel 2 Stunden zuvor gebrannt hatte und wir nicht einchecken konnten. Also ging es weiter zu einer kleinen Herberge 10 km entfernt und näher am nächsten Ziel. Dorthin, wer braucht schon “Luxus”, ging es auf der Ladefläche eines Pick-Ups. Im Hostel habe ich mich noch lange mit einem netten Australier unterhalten, ein (ok, zwei) Bier getrunken und die Tour für den nächsten Tag nach Semuc Champey gebucht. Selbiges hat alle meine Erwartungen um Längen übertroffen. Samuc Champey ist Teil eines Nationalparks. Das Herz dieses Teils sind flache, glasklare und in mehreren Stufen angeordnete Miniseen, die von kleinen Bergbächen gespeisst werden. Unter diesem Gebilde von Seen fließt ein reißender Fluss unterirdisch, dessen Ein- und Ausgang jeweils zu sehen ist. Allein das Baden in diesen Pools war ein Highlight. Man rutscht und springt von See zu See, bis man die unterste Stufe erreicht hat und den Flußausgang sehen kann.

Danach wurden wir ins Auto geladen und zur nächsten Attraktion gebracht. Selbige ist eine meiner absoluten Highlights auf der Reise. Es handelt sich um ein kilometerlanges Höhlensystem, was zu großen Teilen mit frischem Wasser gefüllt ist. Am Eingang bekommt man nur eine Kerze und läuft in die Höhle. Oft muss man schwimmen, durch enge Felsschlitze klettern und den ein oder anderen gewagten Sprung in den nächsten dunklen Höhlenabschnitt tätigen. Ganze 1,5 Stunden waren wir in den Höhlen und kamen fast alle (ich nicht ;-) ) blutig wieder raus. Dauernd trat man in der Dunkelheit beim Schwimmen gegen irgendwelche Felsen, die unsichtbar im Wasser sind.

Dafür liebe ich Zentralamerika. Sowas wäre in Europa niemals möglich, da viel zu unsicher. (Tipp: In der Google Bilder Suche “semuc champey cave tour” eingeben) Kaum raus der Höhle wanderten wir ein Stück flussaufwärts zu einer riesigen Schaukel, mit deren Hilfe man sich ins Flußwasser schwingen konnte. Was für ein Spass, Adrenalin pur. Wahnsinn. Da viele der besagten Orte nur schwer zu fotografieren sind, gibt es nur recht wenige Bilder, die trotzdem richtig schön geworden sind:

Am Abend waren wir alle (wir waren ein Haufen Traveler, vornehmlich aus England) völlig erschöpft und sind zeitig ins Bett, schließlich fuhr unser Bus nach Antigua schon 5:20 Uhr. Die Fahrt dorthin war entspannt und schnell, schon am frühen Nachmittag waren wir da.

Antigua ist eine bezaubernde Kolonialstadt, die einen unglaubluchen Charme versprüht. Hier ist jede Straße gepflastert, es gibt keine großen Hotels, dafür unzählige kleine Märkte auf denen alles nur erdenkliche angeboten wird. Hier gibt es viele kleine und große Kirchen, die leider fast alle durch ein Erdbeben zerstört wurden. Die Ruinen sind aber immer noch sehr eindrucksvoll und tragen zur Ausstrahlung dieser Stadt bei. Hier trafen wir Katha, eine weitere Schulfreundin von Sinah, die hier einen Freund hat und deswegen hier wohnt. Seit Mittwoch wohnen wir also auch dort. Endlich haben wir wieder eine echte Wohnung, mit einer großen tollen Küche, die ich gleich am ersten Abend einweihte um für uns vier zu kochen.

Am Donnerstag sind wir nach gemütlichem Ausschlafen auf die wohl bekannteste Aussichtsplattform gestiegen und haben später im Zentralpark das etwas kühlere Wetter genossen. Der nächste Tag sollte uns zu einem Vulkan bringen. Seit 2010 der letzte Ausbruch war, sieht man keine Lava mehr, trotzdem hat es sich echt gelohnt. Nicht nur, weil der kahle schwarze Vulkan Hitze und Faszination hervor ruft, sondern auch, weil sowohl Hin- und Rückfahrt, als auch Besteigung von sehr interessanten Gesprächen geprägt waren. Unser Tour-Minibus war neben Sinah und mir mit  Mormonen aus den USA gefüllt. Mindestens 3,5 Stunden haben wir uns intensiv mit den Gläubigen unterhalten und tiefe Einblicke in die Welt dieser Religion erhalten. Die Begeisterung, mit der sie von Gott, ihren 12 Aposteln, all den Propheten und dem “kein Sex vor der Ehe” gesprochen haben, war schon beeindruckend. Am Abend trafen wir uns noch mit Katha und Carlos (ihrem guatemaltekischen und vor allem sehr netten und englisch sprechenden Freund) und fuhren später nach Hause um gleich ins Bett zu fallen.

Der Samstag war wohl einer der entspanntesten Tage unserer Reise bisher. Wir haben ewig geschlafen, gefrühstückt und sind dann in die Stadt um Kaffee zu trinken, zu gammeln, zu shoppen und die lockere Athmosphäre zu genießen. Abends hat Sinah spanische Tortilla gemacht, Carlos und ich haben ein bisschen Bacardi-Cola getrunken (ein knapper Liter Bacardi original für 4,20 Euro) und alle gemeinsam sind wir dann in die Stadt, erst in eine Bar, dann in einen kleinen Club gegangen.

Netterweise haben uns Carlos und Katha am Sonntag ins Auto geladen und uns nach Guatemala City kutschiert. Diese Stadt macht bewusst, dass man in einer krisengeplagten, gefährlichen Region der Welt unterwegs ist. Wie im restlichen Guatemala sieht man hier ganz besonders, wie die Kriminalität das Land im Griff hat. An jedem kleinen Geschäft oder Restaurants stehen Sicherheitsleute die nicht etwa nur einen lächerlichen Revolver in der Tasche haben, sondern mit Maschinengewähren und Pump Guns bewaffnet sind. Die öffentlichen Busse gelten als extrem unsicher. Immer wieder werden Linienbusse von bewaffneten Gangs überfallen, nicht selten werden auch Passanten kaltblütig erschossen. Eine Ausnahme bilden grüne Metro Busse. Die fahren mit Polizeieskorte und drei Polizisten an Bord durch die Stadt.

Die Gründe für diese Zustände sind recht einfach zu erklären. Das Land hat kein Geld. Sämtliche öffentliche Einrichtungen sind in desaströsem Zustand, selbst das eigentlich sehr schöne Nationaltheater ist nur schwer in Stand zu halten. Die Busse, die hier fahren, wären in Europa wahrscheinlich schon in den 70er Jahren aussortiert worden. Viele Menschen haben keine Arbeit und sind auf Bettelei und/oder eben Raub angewiesen.

Dem entgegen stehen die Reichen des Landes. Nur unweit von dem ganzen Elend und Häusern, die für Europäer schon für Toilettenbehausungen zu eklig wären, stehen gigantische, stark beschütze Einkaufzentren, die so modern und teuer sind, dass selbst deutsche Shopping Zentren (ala Nova Eventis) alt aussehen. Hier schwelgt die kleine Oberschicht in Luxus, isst bei amerikanischen Fastfood Restaurants und kauft Flatscreen Fernseher die locker auf deutschem Preisniveau sind. Egal mit welchem Guatemalteken man spricht, die meisten haben kein Vertrauen in ihre Regierung. Denn die ist zu großen Teilen korrupt. Carlos meinte, dass auch die Polizei zur Hälfte krumme Geschäfte macht und mit den Banden unter einer Decke steckt.

Bei all meiner ehrlichen Schilderung der Zustände muss gesagt sein, dass auch eine solch gefährliche Stadt Ausstrahlung hat. Wir haben ein Eisenbahnmuseum besucht und uns den Palacio Nacional de la Cultura angesehen. Letzterer wurde Anfang der 40er Jahre erbaut und vereint die Kultur der Maya und Spanier auf eindrucksvolle Weise. Die größte Einkaufsstraße abseits der riesen Malls lud uns zu einem netten Spaziergang durch die Stadt ein. Überall wimmelt es hier von Schuhputzern, Künstlern, kleinen Ständen die wiederholt alles nur erdenkliche verkaufen. An dieser Stelle muss ich sagen: ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt, wenn man etwas Acht gibt sieht man die Kriminaläität nur in Form der schwer bewaffneten Sicherheitsleute. Die Guatemalteken sind ein nettes zuvorkommendes, aber nicht englisch sprechendes Volk.

In Guatemala City und Antigua haben wir natürlich auch reichlich Pix geschossen, die es jetzt zu sehen gibt:

Am heutigen Montag geht`s nun weiter nach Honduras, zu den Bay Islands. Wir werden von Carlos und Katha nach Guatemala City gebracht wo wir dann einen Bus zur Grenzstadt nehmen werden. Übermorgen werden wir hoffentlich auf Utila landen und können wieder das Meer genießen. Dort soll es noch billiger sein als hier, gerade was die verschiedenen Wassersportarten angeht. Ob das so stimmt, kläre ich im nächsten Post.

 


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6

Mai

2012

Die dritte Welt (Update!)

By richy. Posted in Amerika | 7 Comments »

Eigentlich gibt es den Begriff “dritte Welt” nicht mehr. Trotzdem weiß mutmaßlich jeder was damit gemeint ist und vor allem beschreibt es meinen ersten Eindruck den ich hatte, als ich nach unserer recht aufregenden Nachtfahrt von Tulum (Mexiko) nach Belize City (Belize) ankam.

Die Fahrt in einem modernen Reisebus hätte entspannt werden können. War sie aber nicht. Erstens herrschte in dem Bus eine wirklich krankhafte Kälte – die Klimaanlage war wieder mal bis zum Anschlag und darüber hinaus aufgedreht – und zweitens erwies sich die Grenzüberquerung als erstes kleines Abenteuer. Bekanntermaßen muss man in einigen zentralamerikanischen Ländern eine Ausreisegebühr zahlen, Mexiko gehört zumindest in der Theorie nicht dazu. Das war dem korrupten Grenzbeamten leider ziemlich egal, der nämlich wollte von jedem Passagier geschlagene 25 US Dollar haben. Als ein mutiger Brite nach der Grundlage dieser Gebühr fragte, bekam er keine Antwort. Zahlen konnte man nur, wen wundert`s, cash. Nix Kreditkarte, nix Bankautomat. Da wir recht viele europäische Reisende waren, haben wir uns entschlossen einfach nicht zu bezahlen und auf den eigentlich wichtigen Ausreisestempel zu verzichten. Auf belizischer Seite war das dann Gott sei Dank auch kein Problem.  Früh um 8 kamen wir nun nach einer recht schlaflosen Nacht am Busbahnhof in Belize City an. Dort hievten wir unsere Rucksäcke aus dem Bus und marschierten etwas planlos Richtung Fähre. Hier konnte ich zum ersten Mal erahnen, was mich in einigen zentralamerikanischen Städten erwarten würde. Viel Armut, heruntergekommene Häuser, Straßen, die ihren Namen nicht verdient haben und natürlich einige etwas zwielichtige Gestalten. Alle anderen haben ein Taxi genommen, wir sind gelaufen, wollten wir doch wenigstens ein bisschen von der größten Stadt des Landes sehen.

Eine Stunde später hatten wir die Fahrt mit dem Belize Express Water Taxi hinter uns und waren auf Caye Caulker, einer winzigen Insel mit unglaublichem Charme. Dort gibt es keine Straßen sondern ausschließlich Sandwege, viele kleine Gästehäuser, Restaurants, ein Hostel, Tauchshops und Bars. 3 Tage haben wir auf der Insel verbracht. Ich vor allem mit rumgammeln, entspannen, baden, sonnen, etwas Sport und abends einem Gläschen Belizischen Rum und Sinah vornehmlich mit tauchen. Sie hat einen Tauchschein und konnte nach einem Auffrischungskurs die weltberühmte Blue Hole ertauchen. 43 Meter ging es für sie in die Tiefe, ein sicher aufregendes Erlebnis.

1961 tobte vor der belizischen Küste ein Hurricane der Caye Caulker teilte. Seitdem ist der eine Teil dicht besiedelt, der andere nur wenig. Die Stelle, an der der Sturm die Insel teilte wird heute ganz einfach “The Split” genannt und ist ein wundervoller Ort um den Sonnenuntergang über dem Ozean zu betrachten, dabei günstig Cocktails zu schlürfen, zu baden und gegen die Strömung zu schwimmen. Jeden Abend trifft sich dort die Traveller Gemeinde und zieht bei Einbruch der Dunkelheit entweder in eines der hübschen Restaurants oder gleich in die Bar und danach in den Club.

Ich hab mich mit dem Feiern diesmal etwas zurückgehalten, erstens war ich nicht recht in Stimmung, zweitens ist es dort ziemlich teuer (1 $US = 2 $BZ, Abendessen im Restaurant mindestens 15 $BZ). Auch alles andere war geradezu unverschämt teuer, wenn man bedenkt was für ein niedriger Standard in dem Land herrscht. Einzig die Übernachtung war mit 20 $BZ im Hostel, bzw. 22 $BZ im Doppelzimmer recht günstig. Zumindest was die Übernachtung angeht realisierte ich in Guatemala zum ersten Mal, was wirklich billig ist. Dazu gleich mehr, erstmal hier ein paar Pix von unserer Zeit in Belize.

Am Donnerstag haben wir ausgeschlafen und sind ganz entspannt um kurz vor 11 mit dem Water Taxi und einem Auto Taxi zurück zum Busbahnhof in Belize City. Dort haben wir uns in einen der alten ehemaligen US Schulbusse gesetzt und sind in die Hauptstadt von Belize gefahren. In Belmopan gibt es eigentlich nicht viel mehr als ein paar klägliche Regierungsgebäude, Hotels (die aber nicht danach aussehen) und einen großen Busbahnhof. Letzterer ist für Reisende wie uns das Wichtigste, dient diese Stadt doch eigentlich nur als Umsteigestelle um weiter nach Guatemala zu fahren. Genau das haben wir gemacht und sind für 4 $BZ weiter zur Grenzstadt gefahren.

Kaum über die Grenze gegangen, hat man uns auch direkt versucht vom Feinsten über den Tisch zu ziehen. Sage und Schreibe 40 $US war das erste Gebot, was uns unterbreitet wurde um nach Flores, unserem ersten Ziel in Guatemala zu kommen. Da wir uns aber ganz vorbildlich belesen hatten, wussten wir, dass eine Fahrt nach Flores nicht mehr als 25 Quetzals (das ist die Währung dort) kostet. Ich sollte hier erwähnen, dass 10 Quetzals einem Euro (oder 1,30 $US) entsprechen, was wiederum bedeutet, dass der Typ uns das mehr als 10 Fache des Preises abknüpfen wollte.

Letztlich haben wir mit einem anderen Fahrer so lange gehandelt, bis er uns in seinem Collectivo, einem kleinen Bus für ca. 15 Leute, für 25 Quetzals nach Flores brachte. Flores ist ein kleines süßes Städtchen mit vielen hübschen Häuschen, engen Gassen und charmanten Restaurants welches auf einer Halbinsel, die nur mit einem schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist, liegt. Dort erwartete uns auch gleich die nächste Hiobsbotschaft: Kein Strom. In der ganzen Stadt nicht. Nachdem wir im Los Amigos Hostel eingecheckt und auch gleich eine Tour nach Tikal, der großen Maya Stadt gebucht hatten, wurde es so langsam dunkel. Die einzigen Lichtquellen waren Kerzen und ein paar Taschenlampen. Trotz allem blühte das Leben in der kleinen Stadt. Manche bessere Hotels hatten laut knatternde Dieselaggregatoren im Garten und damit “echtes” Licht, das half uns leider nicht weiter, brauchten wir doch dringend Geld um die Tour am nächsten Tag bezahlen zu können. Für ein Abendessen reichte es noch und für ein Bier im Hostel auch.

Dann aber war Schluss mit lustig. Auf Grund der fehlenden Stromversorgung konnte ich weder duschen noch Geld abheben. Auch die eigentlich dringend nötigen Ventilatoren in dem 10-Bettzimmer standen still. In einem Raubtierhaus riecht es besser als das in dieser Nacht in diesem Zimmer der Fall war. Nach 10 Stunden ohne Strom gingen nachts um halb 2 die Ventilatoren vorübergehend wieder an und sorgten dafür, dass ich wenigstens noch eine Stunde schlafen konnte. Um 4 Uhr früh mussten wir nämlich wieder aufstehen. Die Tour startet so zeitig, damit man die Maya Ruinen noch vor der Mittagshitze (allerdings ist es hier immer sau heiß – auch nachts) und dem Touristenansturm betrachten kann.

Eigentlich machten wir dem Typ vom Reisebüro aus, dass wir erst nach der Tour bezahlen, wenn wir an einem Geldautomat vorbei kommen. Der Fahrer an diesem morgen wollte davon nichts wissen und ließ uns gleich früh am Geldautomaten raus. Nun wurde es richtig lustig. Dieser tolle Automat schluckte einfach meine Kreditkarte und fuhr dann einfach runter und startete neu. Nach unzähligen fehlgeschlagenen Versuchen meine Karte wieder aus diesem Automat zu bekommen gaben wir auf und stiegen völlig ratlos in den Bus. Letztlich konnten wir uns die 400 Quetzals von zwei britischen Mitreisenden, die wir schon seit Cancun immer wieder getroffen hatten, leihen. Ziemlich besorgt, was mit meiner Kreditkarte passieren würde, fuhren wir weiter nach Tikal.

In Tikal stehen die größten Maya Tempel der Welt. Schon Jahrhunderte vor Christus errichtete das Maya Volk einige dieser Tempel und Pyramiden. In der Stadt lebten zeitweise bis zu 500.000 Menschen. Die Blütezeit der Stadt war von 200 bis 800 nach Christus. Einige der antiken Gebäude sind über 40 Meter hoch, der Tempel 4 sogar über 60 Meter. Bedenkt man, mit wie wenigen Mitteln diese großartigen Gebäude errichtet wurden, ist man wahrscheinlich genauso fasziniert wie beim Anblick der Pyramiden in Ägypten. Wir hatten nicht nur den atemberaubenden Anblick der Tempel und Pyramiden sondern auch einen sehr guten Tour Guide der uns auf englisch so einige Interessantigkeiten zu erzählen wusste.

Mittags, als die Hitze zu nerven begann, fuhren wir nach 5 Stunden Besichtigung wieder zurück nach Flores. Meine erste Amtshandlung war der Weg zur Bank. Der komisch grinsende Bankmanager schnappte sich seinen Schlüssen, schloss den Automat auf und gab mir meine Kreditkarte zurück. Gott sei Dank. Endlich konnte ich zu einem (anderen) Geldautomat um mich wieder in einen “flüssigen Zustand” zu versetzen. Eigenartigerweise funktionieren in diesem Land nämlich unsere EC-Karten nicht. Am nachmittag entspannten wir ein bisschen am See, genossen die friedliche Atmosphäre des kleinen Flores, gingen abends essen und tranken mit unseren holländischen Freunden, die wir auf der Tikal Tour kennengelernt hatten ein bisschen Bacardi-Cola. (Echter Bacardi kostet hier nur 5 Euro).

Die Nacht verbrachten wir diesmal in einem Doppelzimmer, in das wir umgezogen waren. Auch diese Nacht war recht warm, was einem sich nun schon zum dritten Mal wiederholendem Stromausfall über mehrere Stunden geschuldet war.

Heute sind wir von Flores nach Rio Dulce aufgebrochen und haben unser Hostel, wenn man das so nennen kann, bezogen. Es handelt sich diesmal um ein 20-Bettzimmer, was aber nur mit ein paar Hanseln belegt ist. Das Haus steht im Wasser eines Sees und ist eigentlich nichts weiter als ein paar zusammengenagelte Holzstämme und ein Blechdach. Ventilatoren gibt es garnicht erst, dafür weht eine nette Seebrise durch die offene Fensterfront. Mal sehen, wie ich darin schlafe. Bevor ich allerdings schlafen gehe, zeige ich noch ein paar Bildchen von unserer Reise durch Guatemala:

Morgen machen wir einen Tagesausflug zu einer Finca, auf deren Grundstück warme Wasserfälle und Naturpools zu finden sind. Details im nächsten Post – Prost!

[UPDATE]

Nun haben wir unseren Tagesausflug unternommen. Totzdem erzähle ich davon jetzt nicht, sondern präsentiere voller stolz Sinah`s ersten Gastbeitrag:

So, jetzt melde ich mich auch endlich mal zu Wort… Für alle die mich nicht kennen: Ich bin die, die Richy seit knapp sieben Wochen erträgt :) Und da Richy mich gefragt hab, ob ich noch etwas über die Blue Hole schreiben möchte, versuche ich mich heute mal an meinem ersten eigenen Blogeintrag!

Mein Tauchgang zur Blue Hole kam relativ unverhofft, denn auf’s Tauchen hatte ich mich vor der Reise nicht vorbereitet: Dank meiner Mama, die mein Chaos zu Hause im Moment besser kennt als ich und meinen Tauchschein auf Anhieb gefunden hat, konnte ich trotz mangelnder Vorbereitung das Tauchhighlight von Zentralamerika genießen. Da mein letzter Tauchgang allerdings schon zehn Jahre zurück lag, musste ich den Tauchinstructor jedoch erstmal davon überzeugen, dass ich überhaupt noch Tauchen kann. Über den Refreshing-Tag war sehr glücklich, denn so tief bin ich bisher nicht mal ansatzweise getaucht und das macht einen doch schon etwas nervös… Und dann ging ein toller Diving-Tag los: Frühstück und Sonnenaufgang um 4.30 Uhr am Bootshaus, dann zwei Stunden Fahrt zur Blue Hole und los geht’s! Und zwar ganz schön schnell: Aus Sicherheitsgründen geht der gesamte Tauchgang nur 25 Minuten und wenn man sich zu lange Zeit lässt, um die 40 m abzutauchen, geht das von den acht Minuten in der Höhe ab!
Die Blue Hole ist ein unterirdisches Höhlensystem, das 124 m tief ist und einen Durchmesser von etwa 300 m hat. Selbst von der Wasseroberfläche ist das “Loch” sehr gut erkennbar, weil es von einem Reef eingeschlossen wird und das Wasser innerhalb des Reefs viel dunkler ist! Also auch der Blick von oben lohnt sich! In 40 m Tiefe (mein Maximum war bei 140 feet, also 43 m und damit eigentlich zu tief für’s Recreational Diving) konnten wir durch Höhlenvorsprünge mit riesigen Stalaktiten (bis zu 8 m lang) tauchen. Schon alleine das hat mich sehr beeindruckt – die Haie, die teilweise nur knappe zehn Meter entfernt waren, machen diesen Tauchgang dann wirklich zu einem unvergesslichen Erlebnis (auch wenn manche erfahrenen Taucher enttäuscht waren)! Zusammen mit den zwei anderen Tauchgängen an der Half Moon Wall und im Aquarium sowie einem Besuch auf der wunderschönen Half Moon Insel und den netten Tauch-Guides von Frenchies war der Tag das Geld absolut wert (380 BZ$, also etwa 150 €)!

Auf unserer nächsten Insel in Honduras versuchen wir dann allerdings das Kitesurfing-Bedürfnis von Richy zu befriedigen :) Danke nochmal, dass du die Zeit für meinen Tauchabstecher übrig hattest, Richy!


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30

Apr

2012

Vive México!

By richy. Posted in Amerika | No Comments »

Eigentlich gehört Mexiko eher zu Nord als zu Zentralamerika. Deswegen wird das Land auch nur zum Teil in unserem Reiseführer, dem Lonely Planet Zentralamerika, erwähnt. Trotzdem wollten wir ins Land des Tequila und der Tacos.

Als erstes waren wir in Cancun. Dort sind wir erst spät abends abgekommen und sind mit Sack und Pack durch die Dunkelheit von der Busstation zu einem Hostel spaziert. Gleich an der Busstation trafen wir einen netten Britten, der uns begleitete. Im ersten Hostel, was wir fanden, hatte es kurz zuvor gebrannt. Das Zimmer war zwar wieder hergerichtet, allerdings glich es doch noch einer Baustelle die noch nicht mal eine funktionierende Klimaanlage hatte und demensprechend heiß war. Man versicherte uns zwar, die Klimaanlage wieder in Gang zu bringen, trotzdem entschieden wir uns weiter zu ziehen und das nächste Hostel aufzusuchen. Dort angekommen wurden wir von der Besitzerin höchstpersönlich empfangen, die uns einen Preis nannte, der wesentlich höher als der des anderen Hostels war. Ein Streitpunkt. Naja, nach etwas handeln sind wir für rund 17 Dollar dort unter gekommen und haben es nicht bereut.

Trotz das es sich um ein Hostel handelte, war nicht nur Frühstück sondern auch Dinner inklusive. Ganz entgegen unseren Erwartungen gab es kein Fraß auf Schulspeisungsniveau sondern richtig leckere Kost mit einem Begrüßungsdrink und Nachos dazu. Auch das Frühstück konnte sich sehen lassen. Obstsalat mit Joghurt und Ei – lecker. Am nächsten Tag fuhren wir zur Hotel Zone, dort wo der schöne Strand ist. Er war großartig und viel besser als die amerikanischen Strände. Es ist halt die Karibik und das sieht man. Trotz allem war es extrem touristisch, sowohl von den Leuten als auch von den Preisen her.

Unser Hostel lag in Downtown Cancun, wo es weniger Touristen dafür unzählige Parks und kleine Minirestaurants gibt. Dort haben wir zum ersten Mal richtig mexikansich gegessen. Bis jetzt hatte ich Tacos, Tortas, Empanada, Tortilla und natürlich Nachos. In fast all diesen Speisen ist ein super leckerer weißer Käse drin. Dazu gibt`s meist Fleisch und eine Art Krautsalat. Das ganze ist zudem auch recht günstig. Für 50 Peso (3 Euro) hat man Getrunken und gut gegessen.

An diesem Tag lernten wir Christian kennen, ein Deutscher Student, der in Mexiko ein Semster studiert und vorher noch etwas Urlaub macht. Mit ihm zusammen wind wir am nächsten Tag nach Playa del Carmen weitergefahren. Dort hat es mir wesentlich besser gefallen. Das Hostel war wieder sehr gut und sauber und vor allem, wie toll, 50 Meter vom Strand entfernt. Dieser war wieder unglaublich schön. Im Gegensatz zu Cancun stehen hier keine Bettenburgen, hier herrscht ein wesetlich entspannteres Flair.

Am Abend konnten wir der Versuchung nicht wiederstehen und sind mal wieder ordentlich feiern gewesen. Da sah es mit den Preisen natürlich anders aus. 100 Peso pro Mixgetränk, dort konnte man ordentlich Geld lassen. Auf dem Klo hingen überall Warnschilder, dass wenn man mit illegalen Substanzen erwischt wird, man sofort den Behörden übergeben werden würde. Trotzdem fragte mich ein Typ im Bad direkt ob ich nicht Bock auf etwas Koks hätte, ich lehnte dankend ab.

Erst früh um 7 waren wir wieder im Hostel und haben noch ganze 4 Stunden geschlafen. Dann ging es auch schon weiter nach Tulum, ein nicht sehr hübsches Städtchen 50 km südlich von Playa del Carmen. Hier haben wir im Hostel eingecheckt und haben einfach nur den Strand genossen. Sinah ist daheim geblieben, sie war recht fertig. Abends gab`s im Hostel Self-Made Barbeque + zwei Bier für 65 Peso, was wir ausgiebig nutzten.

Ein erstes Highlight erwartete uns am zweiten Tag. Wir fuhren mit dem Bus zu Maya Ruinen, die ersten, die ich jemals gesehen habe. Um ganz ehrlich zu sein kann ich diesen Ruinen bei all der geschichtlichen Relevanz noch nicht so viel abgewinnen, mal sehen wie das in Guatemala wird, wo wir uns wieder welche ansehen werden. Abends haben wir fleißig geplant und uns letztlich dafür entschieden, durch Belize nach Guatemala zu kommen. Eigentlich wollten wir nicht in diesen Land, da es dort wohl nicht so viel zu sehen gibt und wir ja auch nicht undendlich Zeit haben.

Die ganze Planerei hat so lange gedauert, dass es auf einmal halb eins war und wir ins Zimmer gingen. Das Frühstück war wie auch schon am Vortag sehr reichhaltig. Zwei Taost und zwei Eier – zum selber braten, rühren, kochen. Da wir es mal wieder nicht reichzeitig zur ersten Tour geschafft haben, nahmen wir die zweite um 14 Uhr. Diese Tour war unbeschreiblich schön.

Zuerst fuhren wir nach Akumal, einem wunderschönen karibischen Strand mit dem zweitgrößten Riff der Welt in Schwimmweite, welches sich an der Küste des Atlantik antlang schlengelt. Mit Schnorchelausrüstung und einem Tour Guide schwammen wir Richtung Riff und konnten echt riesige Schildkröten beobachten. Ich liebe diese wunderschönen Tiere, sie sehen so ästethisch aus, gleiten elegant durch`s Wasser und tauchen aller paar Minuten zum Atmen auf. Trotz allem muss ich zugeben, dass das Great Barrier Reef vor Australien, zumindest an der Stelle, an der ich beschnorchelt habe wesentlich schöner, weil farbenfroher und tierreicher ist.
Das wirkliche Highlight dieser Tour war die Cenote Dos Ojos.

Eine Cenote ist eine Höhle. Der Name Cenot stammt aus der Sprache der Maya und bedeutet soviel wie die weibliche Brust. Da in diesen Höhlen das Wasser klar, sauber und vor allem süß ist, war es der Lebenssaft der Maya, daher dieser Name. Als die spanischen Kolonialmächte zusammen mit ihrer Sprache hierher übersiedelten, übernahmen sie diesen Namen und hingen einfach ein “e” an. In der Cenote Dos Ojos (zwei Augen) wurde sogar schon der Hollywood Kracher The Cave gedreht, kein Wunder beim Anblick dieser mit Wasser gefüllten Höhle. Dort haben wir wieder Flossen, Schnorchel und Brille ausgepackt und sind in die Tiefen eines schier unendlichen Höhlensystems vorgedrungen. Unter Wasser zeigt sich eine gebirge Landschaft, man fühlt sich, als würde man durch Täler eben jenes Gebirges fliegen. Eine ganz neue, großartige Erfahrung. Unbeschreiblich.

Leider konnten wir davon nicht wirklich Bilder machen, denn wasserfest sind all unsere Kameras leider nicht. Die Bilder, die bis heute entstanden sind, will ich trotzdem nicht vorenthalten:

Heute nacht geht`s nun weiter nach Belize. Wir fahren 0:45 los und sind am Morgen gegen 8 Uhr da. Danach geht`s nach jetzigem Stand weiter nach Guatemala. Ob dieser Plan letztlich so geblieben ist, gibt`s dann natürlich im nächsten Post :-)


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26

Apr

2012

Welcome to Miami

By richy. Posted in Amerika | No Comments »

Erst auf Play drücken, dann lesen:

Miami sollte Sommerurlaub werden. Miami wurde Sommerurlaub. Zum ersten Mal in den Staaten konnten wir getrost die Jacken und Pullover ganz unten im Riesenreiserucksack verstauen, denn in Miami sind es auch nachts nicht unter 18 Grad zu dieser Jahreszeit.

Gleich als wir ankamen lernten wir Karo kennen. Sie ist Sinahs Freundin aus Köln, die schon länger hier ihr Dasein fristet. Mehr oder weniger zufällig war sowohl Mutti als auch Bruder zu Besuch, beide wohnten auch in diesem, sehr zum Leidwesen der Mutter, eher dreckigem Hostel. Die ersten Tage nutzen wir gleich um alle zusammen Sightseeing zu machen. Dabei stand allerdings nicht Miami, sondern Key West, eine durch mehrere Brücken mit dem Festland verbundene Insel, die den südlichsten Punkt der USA markiert, und die Bahamas im Vordergrund. Lustigerweise wird Key West, trotz der Tatsache, dass es sich um eine Insel handelt, als südlichster Punkt von Kontinentalamerika (USA) bezeichnet.

Bei dieser Attraktion ist der Weg das Ziel. Denn dieser führt über zahllose Brücken, die gefühlt über den ganzen Ozean reichen zu eben dieser Insel. Unterwegs findet man hübsche karibische Städtchen und einladend weiße Strände vor. An einem haben wir angehalten, und sind quasi durch den Ozean spaziert. Hier ist das Wasser warm und klar, die Palmen grün und der Himmel blau. Trotzdem ist auf Key West nicht viel mehr zu sehen als süße Einkaufsstraßen und ein wundervoller Sonnenuntergang über dem Meer. zumindest das haben wir ausgiebig genossen, ganz im Gegenteil zu der nervigen Autofahrt zurück nach Miami. Das Auto war mal wieder ein Mietwagen, den Karo für “nen schmalen Taler” bekommen hat. Da wir 5 Leute waren und das Auto ziemlich klein, war die Reise auch was für den kleinen Geldbeutel, wir haben inklusive Sprit gerade mal knapp 20 Dollar bezahlt.

Wesentlich teurer war der nächste Tag, an dem wir auf die Bahamas geschippert sind. Die Kosten von 150 Dollar und die Tatsache, dass wir kurz vor 6 aufstehen mussten hat mir garnicht gefallen. Als wir dann auf dem Schiff waren, was ganz nebenbei nicht von Miami sondern Fort Lauderdale ablegte, haben wir alle nochmal schön geschlafen. Die Fahrt dauert knapp 3 Stunden, deswegen hat man auf Grand Bahama (einer der Inseln) ansich nur 5 Stunden Zeit. Die haben wir damit verbracht durch die Ladenstraßen zu schlendern, am Strand zu spazieren uns zu sonnen, zu baden und schlussendlich den Weg zurück zum Hafen zu finden. Am Abend waren wir ziemlich fertig wieder im Hostel und sind direkt feiern gegangen. Nun waren wir quasi in South Beach wirklich angekommen. Gleich mehr dazu, vorher hier ein paar Eindrücke von Key West und den Bahamas.

South Beach ist der, man lese und staune, der südliche Teil von Miami Beach, einer eigenen kleine Stadt, die durch eine Meeresbucht vom restlichem Miami abetrennt ist. Bis auf ein paar Museen und dem Art Deco Walk gibt`s in South Beach nicht sehr viel zu sehen – zumindest was das Kulturelle betrifft. Das ist aber, zumindest für mich, nicht so schlimm, denn hier geht es um was ganz anderes. In South Beach schütteln sich die Secret`s Viktoria und der Boss Hugo die Hände, die Typen sind muskelbepackt, die Mädels sehen alle aus wie Super Models, die auch gern mal etwas nachhelfen. Ich habe ehrlich noch nie so viele schöne Menschen auf einem Fleck gesehen. Sehen und gesehen werden, darum geht es. Es gibt unzählige edle Clubs, die dekadente Eintrittspreise haben – vor allem für männliche Gäste. So zahlt ein Herr auch mal 150 Dollar für die VIP Lounge in die die Mädels gratis reinkommen. Zudem sollte man generell in weiblicher Begleitung kommen und möglichst chick angezogen sein, sonst wird man schlicht abgewiesen. Ein Typ ohne Frau und mit T-Shirt hat kaum eine Chance.

An einem Abend hatte ich das Glück von Kenneth, einem Schwarzen Amerikaner, der ebenfalls in unserem Hostel wohnte, eingeladen zu werden. Wir zogen in eine Bar, gabelten dort ca. 8 Mädels auf und marschierten zum Nightclub in dem wir alle gratis rein kamen und kostenlos trinken konnten.

Wenn man kein Geld oder kein Bock hat, die horenden Preise für`s Weggehen zu bezahlen , kann man ins Twist gehen. Der Laden ist zwar eigentlich für Leute vom anderen Ufer, ist aber auch für Normalos interessant. Dort kommt man kostenlos rein, die Musik ist vielfältig und gut, und ein Mixgetränk bekommt man schon für lächerliche 10 Dollar.

Unser Hostel war mal wieder ein Schmelztigel der unterschiedlichsten Menschen. Natürlich lernten wir wieder viele Reisende, aber auch Amerikaner, die schon mittags ne Flasche Wein trinken und eigentlich auf “Jobsuche” waren, kennen. Aber auch ihre Geschichten waren durchaus unterhaltsam und sorgten dafür, dass nie lange Weile aufkam. Wir sind nicht einen Abend vor um 2 ins Bett, denn das soziale Leben im Hostel war immer lustig.

Der Strand von Miami Beach ist ewig lang, sehr breit und ist gesäumt von teuren Hotels, dem Ocean Drive, an dem sich unzählige Restaurants sowohl mit den Preisen als auch mit dem Grad der Nervigkeit Leute zu locken gegenseitig überbieten. Vom Nicaraguaner bis hin zu Peruian Food gibt`s alles was das Herz begehrt. Wir haben uns gleich zweimal für Peru entschieden und massig Seafood gegessen. Mittlerweile mag ich den Meeresfraß ganz gern, wenngleich es noch lange nicht an Thai Food ran kommt, in das ich regelrecht verliebt bin.

Auch in Miami ist der Schere zwischen Arm und reich deutlich zu sehen. An einem Tag wollten wir Little Haiti besuchen. Sherry, die Hostel Managerin meinte nur, dass das sehr gefährlich wäre, sogar am Tag. Auf jeden Fall sollen wir aber Little Haiti und Little Havanna bei Dunkelheit meiden, selbst Teile von Downtown seien recht gefährlich. Zumindest nach Downtown sind wir trotzdem gefahren, haben dort den MetroMover genutzt, eine Hochbahn von der man eine tolle Aussicht auf die Wolkenkratzer der Stadt hat. Sonst gibt es auch dort nicht viel zu sehen. Im Gegenteil, schon wenige Meter von Downtown entfernt ist es dreckig, unsicher und nicht besonders einladend.

Fährt man zurück nach South Beach taucht man sofort wieder in eine andere Welt. Von dieser Welt aus sind wir am Montag, unserem vorletzten Tag in die Everglades gefahren. Hierbei handelt es sich um einen vermeintlichen Sumpf der aber eigentlich ein seeeeehr langsam Richtung Meer fließendes Gewässer ist. Dort gibt es zahlreiche Vogelarten, Schlangen und vor allem, das Highlight, Alligatoren. Wir sind also mit einem Boot durch den Sumpf geschippert und haben die faszinierende Natur bewundert. Die Everglades sind ganz in der Nähe von Miami, sodass der Trip nur einen halben Tag in Anspruch nahm. Den restlichen Tag habe ich genutzt um am Strand rumzugammeln.

Selbstverständlich haben wir auch von South Beach und den Everglades ein paar Pix gemacht, die es genau jetzt zu sehen gibt:

Das war es dann mit den USA. Am 24.04. sind wir abends um 7 in einen Flieger der American Airlines gestiegen und nach Mexiko geflogen. Nun sind wir in Cancun.

Zum Abschluss unserer USA Tour habe ich noch ein paar garnicht so unnütze Fakten zusammen getragen:

- In den USA kann man immer rechts abbiegen, auch wenn rot ist. New York City ist davon ausgeschlossen

- Die Preise werden meistens ohne Steuern angegeben, man weiß also nur selten, was man wirklich zahlen muss. lediglich in Supermärkten ist das manchmal anders

- Das Trinkgeld (der Tip) hat in den USA einen wesentlich höheren Stellenwert und ist an vielen Stellen ein Muß. Oft wird auf dem Kassenbon gleich ein Vorschlag gemacht, wieviel man zahlen sollte. Am dreistesten ist es in Restaurants, dort wird eine Servicegebühr direkt draufgeschlagen, in unserem Fall waren das 8!!!! Dollar.

- Amerikanische Autos haben keine gelben Blinker. Stattdessen “blinkt” man quasi mit dem Rücklicht

- In Las Vegas sind die Hotels, vor allem unter der Woche so billig, dass man Hostelpreise zahlt. Unser Hotel direkt auf dem Strip hat 23 Dollar pro Nacht gekostet. Die Betreiber wollen, dass man zockt.

- Aus ähnlichem grund sind die Getränke, sobald man am Spieltisch steht und Chips hat auch kostenlos. Alkoholische Getränke eingeschlossen

- Auch in den USA gibt es Sommer und Winterzeit, aber nicht in allen Bundesstaaten

- In den meisten Bundesstaaten darf ab früh um 2 kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Dem zu Folge war es uns nicht mglich mittebn in Los Angeles nach um 2 feiern zu gehen. In Nevada und Florida geht`s länger. Hier feiert man inklusive Alkohol auch mal bis früh um 8

- In vielen Karten der Restaurants stehen Kalorienangaben neben den Speisen, in Burgerbuden ist das jedoch selten

- Fast alle Autos haben Automatikschaltung und Klimaanlage

- Überall gibt es Geschwindigkeitsbegrenzung. Das Schnelste was wir fahren durften waren 75 Mph (rund 121 km/h)

- Auf den Bahamas herrscht Linksverkehr

….die Liste wird in diesem Artikel wahrscheinlich erweitert.

Jetzt aber genießen wir erstmal Mexiko! Olá!

 


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16

Apr

2012

Leaving Las Vegas

By richy. Posted in Amerika | 4 Comments »

Leider. Schon. Ein Jammer. Las Vegas ist eine Droge, die schnell süchtig macht, berauscht, exzessiv ist und in ihren Bann zu ziehen vermag. Sie erschafft eine andere Welt in der es keine Grenzen zu geben und alles möglich zu sein scheint.

In einer anderen Welt fühlt man sich auch, wenn man zum ersten Mal den Grand Canyon hinunter schaut. Sinah meinte treffend, er sähe aus wie die Oberfläche eines anderen Planeten. Der Grand Canayon war unser nächstes Ziel nach einem Zwischenstopp in einem widerlichen Motel in Las Vegas Down Town.

Der Highway und die anschließende Interstate 40 sind mehrspurige Autobahnen auf denen man, man höre (ach nee, lese) und staune 75 MpH fahren darf. Das sind immerhin fast 130 km, rasend schnell für die USA. Deswegen waren wir recht püntlich beim Canyon und konnten uns noch in Ruhe eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Uns wurde die 7 Mile Lodge als günstigste Unterkunft Nahe des Canyons empfohlen. Sie liegt in Tusayan, einem touristischem Nest nur 10 km vor dem Nationalpark Eingang, in dem es viele teure Restaurants und viele große Hotels gibt. 90 Dollar sollte die Nacht kosten, da das immernoch zu viel war, fuhren wir noch ein Stück weiter nur um feststellen zu müssen, dass wohl nix unter 180 Doller die Nacht gehen würde. Zurück in der 7 Mile Lodge bot uns die wahnsinnig freundliche Empfangsdame das Zimmer für nur 65 Dollar an – voller Freude checkten wir ein und fanden das bisher gemütlichste Motelzimmer in den USA vor.

Am nächsten morgen sind wir nach einem selbstgemachten Frühstück mit dem Auto aufgebrochen, sind in den Park gefahren, haben das Auto abgestellt und sind teils zu Fuß, teils mit einem tollen Shuttlebus die schönsten Stellen abgelaufen bzw. gefahren. An diesem Tag haben wir alle wichtigen Aussichtspunkte in der Nähe des Grand Canyon Village gesehen und konnten die Mächtigkeit des Grand Canyon bewundern. Der South Rim ist etwas niedriger als der North Rim, welcher 16 km Luftlinie entfernt liegt. Um zum North Rim zu wandern braucht es aber 30 Meilen, also knapp 50 km. Auch ins Tal zum Colorado River sollte man nicht an einem Tag wandern wollen, zumindest nicht, wenn man wieder zurück kommen will. Überall stehen Warnschilder mit Schaudergeschichten über Leistungssportler, die im Canyon ums Leben gekommen sind, weil es selbst für die nicht möglich war.

In der Tat ist der Canyon trügerisch. Das Problem: Man muss erst runter, dann hoch. Schätzen wie lange es dauern könnte ist deswegen wirklich schwierig.

Am Abend sind wir zum Desert View Point gefahren und haben in der Nähe den Sonnenuntergang über dem Grand Canyon bestaunt. Der Anblick dieser mächtigen Schlucht bei Sonnenuntergang ist fast so berauschend wie eine Nacht in Las Vegas – wenn auch auf eine ganz andere Art ;-) . Abends gab`s Pizza, Film und einen tollen Schlaf in diesem gemütlichen Motel.

Am nächsten Tag wollten wir aktiver werden, sind also zum Ausgangspunkt des Wanderweges gefahren und sind los marschiert. Einmal mehr hat sich bewiesen, dass man manchmal auch ein Stück laufen muss um die richtig schönen Ansichten zu erreichen. Gute 5 Stunden sind wir also in den Canyon hinab und wieder hoch gekraxelt und haben den Canyon ganz nah erleben können. Als wir oben ankamen trafen wir einen Amerikaner aus Utah der seiner eigenen Aussage zu Folge an diesem Tag ganz runter zum River und wieder hinauf gewandert ist. Es war erst 16 Uhr, 3 Stunden vor Sonnenuntergang. Beeindruckt und etwas neidisch zugleich sprachen wir mit dem netten Typ von Nebenan über Gott und die Welt. Schlussendlich gaben wir ihm noch einen Ride (haben ihn also ein Stück mitgenommen zu seinem Auto).

Voller Eindrücke und noch total in Naturstimmung brachen wir Richtung Las Vegas auf. Wir fuhren die Route 66 entlang, die Sonne ging unter und es war eine fast magische Athmosphäre im Auto. Vorbei an kleinen Road Houses sind wir irgendwann in Kingman angekommen. Ich habe bei Leibe noch nie so viele Fastfood Buden an einem Ort gesehen. Ein zwei wöchentlicher Aufenthalt in dieser Stadt würde wahrscheinlich ausreichen um sein Gewicht zu verdoppeln. An dieser Stelle bleibt mir anzumerken, dass ich obwohl meiner Anwesenheit in den USA noch nicht zugenommen, vielleicht sogar etwas abgenommen habe ;-) . Anyway, hier sind ein paar Bilder:

Der nächste Tag sollte unser erster Las Vegas Day sein. Wir gaben unser Auto ab, und checkten im Hotel ein. Das war garnicht so einfach, allein die Rückgabe war ein Akt. der Verkehr in Las Vegas ist gruselig. Man kommt nur im Schritttempo voran. Im Zimmer wurden wir per Fernseher begrüsst. Zum ersten Mal in den Staaten packen wir komplett aus, richteten uns ein und stiefelten dann los um die Casinos zu begutachten.
Die Casinos sind immer Teil eines jeden Hotels und so riesig, dass wir uns immer wieder verlaufen haben und nicht den richtigen Ausgang finden konnten. Drinnen wurde gezockt und zwar rund um die Uhr. Am ersten Abend haben wir uns noch nicht hinreißen lassen und haben erstmal nur geschaut. Der nächste Abend sollte unser erster Gambling Abend sein. Tagsüber sind wir spazieren gewesen, abends haben wir aber in unserem Hotel gespielt. Grund: Verhältnismäßig günstig. Hier musste man sich für ein Poker Cash Game mit nur 30 Dollar einkaufen, nicht wie in allen anderen Hotels mit 100. Leider hatten wir beide kein Glück an dem Abend  und sind nach einer Weile ausgeschieden. Auch mein Versuch beim Roulette noch was rauszuholen scheiterte kläglich. Zumindest hatten wir danach noch viel Spass beim Feiern, zumal wir zwei Australier, die wir am Vortag kennengelernt hatten wieder trafen.

Unser Hotel hatte keinen eigenen Pool, das benachbarte Flamingo dafür ein umso schöneren. Den durften wir mitbenutzen. Auf der Suche nach etwas ess- und vor allem bezahlbarem haben wir nicht nur ein Subways sondern auch Josh “gefunden”. Josh ist der jüngste American Airlines Pilot und ein echter Entertainer. Er lud uns spontan in seine Suite im Treasure Island ein, wo wir abends ein paar Trinkspiele spielten und uns auf die nächste Gambling Nacht vorbereiteten. Alle Vorbereitungen halfen nichts, ich verlor mal wieder. An diesem Abend waren auch die Nachtclubs nicht so gut gefüllt, sodass wir beide am Pokertisch versackten. Im Gegensatz zu den Nightclubs, die auch in Vegas so richtig nur am Wochenende gefüllt sind, wird rund um die Uhr gezockt. Überall. Das Tolle: Wer in Vegas zockt, muss wenigstens für Getränke nichts bezahlen.  Aller paar Minute kommt eine nette Bardame an  den Spieltischen vorbei und serviert fleißig alles, was die Gäste wollen. Lediglich “Tip” muss man zahlen, also Trinkgeld. By the way: Dieser Tip ist in den USA sowieso von höchster Bedeutung. Trinkgeld ist hier in fast jeder Situation obligatorisch. Das kann ganz schön nervig sein, denn es macht so manch vermeintliches Schnäppchen doch zu einem finanziellen Aufwand. Sogar auf Kassenbons steht schon ein Trinkgeldvorschlag. Weiterhin werden hier Preise meistens ohne Steuern angegeben. Das was man zahlen muss ist dann der angezeigte Preis plus Steuern plus Tip.

Einen Tip hat auch der Bellman bekommen. Das ist der Typ, der das Gepäck zum Taxi bringt und für die Gepäckaufbewahrung zuständig ist. Am Freitag morgen machten wir nach unserem 12 Uhr Checkout davon gebrauch, ließen den Bellman also unsere Rucksäcke aufbewahren und schlenderten nochmal durch Vegas. Da unser Budget aufgebraucht war, haben wir nicht nochmal gespielt, obwohl wir beim Anblick des Pokertisches schon wieder ziemlich in Laune kamen. Stattdessen sind wir den Strip nochmal in südliche Richtung gelaufen, waren im Mandalay Bay, im Excalibur und im Luxur. Alles Hotels mit riesigen Casinos. Am Nachmittag war es dann auch schon wieder soweit, wir mussten zum Flughafen um unseren Overnight Flight zu kriegen. Pünktlich 18 Uhr ging es in einem 3 Stunden Flug nach Minneapolis, Minnesota.

Dort kamen wir 23 Uhr Ortszeit an einem verlassenen Flughafen an. Fast verhungert fanden wir kein einziges offenes Restaurant. Nach einer Reise zum anderen Terminal trafen wir allerdings zwei super nette Angestellte des Flughafens, die für uns durch die Sicherheitschleuse gingen um uns Subs von Subway zu holen. Zu freundlich :-) . Also kamen wir doch noch zu etwas zu essen. Nun ging sie also los, meine erste Nacht auf nem Flughafen. Das war wesentlich besser als befürchtet, ich hab ganz gut auf der Bank geschlafen, wie man unter anderem auf folgenden Bildern sieht:

Der Weiterflug nach Miami verzögerte sich etwas. Als wir schon alle im Flieger saßen, teilte uns der Captain mit, dass das Wetterradar nicht funktioniert und wir das Flugzeug wechseln müssen. Gesagt getan, mit einer anderen Boing 737 ging es in weiteren 3,5 Stunden nach Miami.
Hier bin ich nun schon seit 2 Tagen und genieße es unwahrscheinlich, endlich in FlipFlops durch die Gegend laufen zu können. Warum Miami ganz anders als die bisherigen Städte in den USA ist und was wir hier so erleben, gibt`s dann im nächsten Post. So long, take care…

 

 


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8

Apr

2012

Von oben nach unten

By richy. Posted in Amerika | 2 Comments »

2 Wochen haben wir nun fast ausschließlich in Städten verbracht. Ich hätte noch ewig in LA und San Francisco bleiben können, am liebsten hätte ich jeden Club gecheckt, hätte an jedem Strand gelegen und hätte jede Burgerbude – und davon gibt es zahllose – besucht, aber so lange 2,5 Monate auch sein mögen, sie reichen leider doch nur dafür, sich alles mehr oder weniger kurz anschauen zu können.

Also sind wir nun nach unserem Reisetag durch`s Silicon Valley und einer entspannten Nacht im Vagabond Inn in Merced in die Natur aufgebrochen. Als erstes war der Yosemite Nationalpark dran. Der wird übrigens nicht “Josmeit” sondern “Josemedi” ausgesprochen. Bei der Frage nach dem Weg zu dem Nationalpark mit Hilfe ersterer Aussprache haben wir uns natürlich direkt als blöde Touris geoutet. Trotzdem haben wir es dorthin geschafft und haben gleich mit einem ordentlichen Programm losgelegt. Erst haben wir sämtliche Aussichspunkte angefahren, die man per Auto erreichen kann, dann haben wir uns nach nem kurzen Besuch im Visitor Center in den kostenlosen Shuttle Bus gesetzt, der uns direkt zum Ausgangspunkt der ersten Wanderung brachte. Zuerst ging es noch ganz harmlos über einen geteerten Weg nach oben, dann wurde es immer steiler, kälter, felsiger und faszinierender. Wir stiegen schmale Pfade durch dichte Wälder, entlang reißender Flüsse und kleinerer Wasserfälle bis zum ersten Ziel, der Abfallkante der Vernal Falls. Der Anblick dieses Wasserfalls war wirklich atemberaubend. Wassermassen rasen tosend auf Granitgestein hinab, bilden einen Regenbogen und lassen einen auch gern mal nass werden, wenn man den Weg Richtung Abfallkante läuft. Noch etwas höher war der Nevada Fall, ähnlich spektakulär.

Nach 5 Stunden anstrengernder Wanderung und etwas Angst, dass wir den letzten Shuttle verpasst haben könnten (es war schon 19:20) kamen wir im Tal an und wurden per Shuttle zu unserem Auto zurück gebracht. Eine Übernachtungsmöglichkeit hatten wir zu der Zeit leider noch nicht, hatten aber auf dem Hinweg aus dem Augenwinkel ein Hostel am Straßenrand, ca. 40 km vor dem Parkeingang gesehen. Dorthin haben wir sogar zurück gefunden und haben für 28 Doller pro Nacht und Person eingecheckt. Das Zimmer war einfach, aber gemütlich, die Duschen zu einfach, aus Beton, draußen und eher ungemütlich. Trotzdem blieben wir in dem Hostel 2 Nächte, wir hatten das 4 Bett Zimmer für uns, dass Internet war schnell, ich konnte sogar die “Heute Show” und ein bisschen DSDS per Lifestream gucken. Am nächsten Tag haben wir eine weitere Wanderung unternommen, die war nicht ganz so schön. Am frühen Abend, zum Sonnenuntergang haben wir es zum Mirror Lake geschafft, dort spiegelt sich der Half Dome, ein felsiger Berg, der wie abgeschnitten wirkt.
Ich muss gleich sagen, dass sich die Schönheit dieses Nationalparks nur schwer mit Bildern beschreiben lässt und die Gewaltigkeit der Wasserfälle, die den Park so besonders machen durch Bilder schwer einzufangen lassen, ich versuch`s trotzdem:

Am Mittwoch morgen haben wir gegen 11 aus dem Yosemite Bug, dem Hostel, ausgecheckt und sind Richtung Sequoia Nationalpark gefahren. Unsere Taktik war die gleiche, wie schon oft bevor. Einfach zum nächstem Punkt fahren und an ein paar Motels auf dem Weg kurz vor dem Ziel anhalten und fragen, was es denn kostet. Vorher kann man das schlecht machen, erstens findet man die guten Motels nur schlecht im Netz, zweitens muss man bei Reservierung immer sofort zahlen – mit Kreditkarte. Unangenehm, denn bei jeder Transaktion zahle ich 2 % Währungskonvertierungsgebühr (oder so).

Diesmal haben wir bei einem Bed & Breakfast angehalten. Die sind, so wie auch dieses, recht teuer. Die Besitzerin Marie führte uns, ohne uns nach dem Preis fragen zu lassen, durch das ganze Haus. Alles war vom Feinsten, man hatte regelrecht Angst den edlen Teppich mit seinen Straßenschuhen zu betreten. Wir wurden in das potentielle Zimmer geführt. Dort war alles ähnlich edel wie im Rest das Hauses. Ein echter Kamin, ein gigantisches Bett, alles mit viel Detailverliebtheit eingerichtet (wenn auch nicht ganz nach meinem Geschmack). Dann ging es in den Garten, der wie das Paradies auf Erden wirkte. Strahlend grüner Rasen, ein einladender Swimming Pool und ein Jacouzzi, also einem heißen Whirlpool.

Dann nannte sie den Preis: 179 Doller + Tax pro Zimmer und Nacht. Im gleichen Atemzug teilte sie uns freudestrahlend mit, dass es das Zimmer zur Hälfte des Preises gäbe, also nur 90 Dollar kosten würde. Immernoch zu teuer für uns armes Studentenpack (hmm…ich bezeichne mich jetzt einfach mal noch so). Als Sinah ankündigte unsere Suche nach etwas Günstigerem fortzusetzen, lengte Marie ein und bot uns das Zimmer für 60 Dollar an, inkl. Frühstück. Sofort willigten wir ein.

Nachdem Check-Inn fuhren wir weiter in den Sequoia Nationalpark um dort die größten Bäume (Volumen und Gewicht) der Welt zu begutachten. Das Wetter war schrecklich neblich, dunkel und eiskalt (-3 Grad), die Bäume, die Sequoias dafür umso beeindruckender. Diese Bäume sind tausende Jahre alt und vermögen viele Geschichten zu erzählen. Die sind auch wirklich interessant, würden hier aber den Rahmen aber sprengen. Wikipedia hilft bei Interesse weiter ;-) .

Abends im B+B haben wir`s uns dann richtig gut gehen lassen. Im Fernsehen kam “16 and pregnant” auf MTV, danach noch CSI auf CBS – sehr unterhaltsam. Nachts haben wir uns dann entblöst und sind in den bunt beleuchteten Whirlpool gegangen. Eine unwirkliche Situation. Es war fast Vollmond, er strahlte auf uns hinab, vor ihm eine gewaltige Palme unter der wir im Pool saßen und über eine Stunde genossen und uns unterhielten. Großartig, luxeriös, fantastisch.

Der nächste Morgen begann mit dem von Marie höchstpersönlich zubereiteten Frühstück. Dort unterhielten wir uns noch mit ein paar Amerikanern, die uns noch wertvolle Tipps für Vegas und den Grand Canyon gaben. Nun mussten wir leider schon auschecken und wieder Richtung Sequoia fahren, wo diesmal etwas besseres aber immernoch so kaltes Wetter war. Trotzdem haben eine Miniwanderung gamacht und ein paar schöne Bilder geschossen:

Nach eine halben Ewigkeit der Warterei an einer Baustelle mitten im Nationalpark sind wir viel zu spät Richtung Death Valley aufgebrochen. Das war eine gigantische Tour. Da sowohl der Kings Canyon als auch der Sequoia Nationalpark hochgebirgige Massive sind, mussten wir einen großen Bogen darum fahren, Luftlinie wäre es ein Fünftel der Strecke gewesen. Auf der Fahrt sind wir durch Wiesenlandschaften gefahren, vorbei an vielen kleinen Ortschaften, mal durch flaches Land, dann wieder durch hügelige Serpentinen. Je später es wurde, desto trockener Wurde die Gegend, die Bäume wurden kleiner, die Wiesen brauner, letztlich fuhren wir auf endlosen Highways die über unzählige Kilometer nicht eine Kurve haben weiter Richtung Death Valley Nationalpark.
Vor allem nachts wurde es immer gespenstischer, es war extrem stürmisch, wir waren allein auf weiter Flur und die Strecke wollte kein Ende nehmen. Neben uns erahnten wir riesige Felsmassive, die diese trockene Steinwüste prägen. Nach 2 Stopps an potentiellen Unterkünften, die leider gänzlich ausgebucht, eine aber wenigstens gut genug war, uns einen überteuerten Angus Burger mit Pommes zu verkaufen,  erreichten wir endlich Beatty, ein kleines Kasinokaff in dem es Gott sei Dank einige Motels gab. Wir haben ein Zimmer in einem Rauchermotel bekommen, meist sind die Raucherzimmer die letzten, die noch frei sind. Es roch aber ok und wir hatten eine entspannte Nacht.

Am nächsten morgen sind wir nach einem fettigen Frühstück (man findet in der Einöde einfach nichts anderes als vor Fett triefenden Amifraß) in den Death Valley Nationalpark gefahren. Dort haben wir den ganzen Tag verbracht und haben diese atemberaubende, gigantische Naturformation in all seinen Facetten auf uns wirken lassen. Auch hier haben wir unsere Cam bemüht:

Den Sonnenuntergang über den Bergmassiven des Death Valley hinter uns, fuhren wir mit passender Musik aus dem ans Autoradio angeschlossenen Handy Richtung Las Vegas, unserem Zwischenstopp auf der mit knapp 750 km langen Strecke zum Grand Canyon.Von Las Vegas haben schon jetzt gelernt, dass es jede Erwartung übertrifft, dazu dann aber mehr im nächsten Eintrag. Nach einer Nacht im wohl schäbigsten Motel, das alle Cliches eines schlechten 80er Jahre Films erfüllt (inklusiver mehrer Pornokanäle auf einem alten Fernsher in dem vergilbtem Raucherzimmer) sind wir Richtung Grand Canyon aufbebrochen. Der Interstate 40 und der Route 66 entlang sind wir nun in Tusayan, einem kleinen Nest mit vielen Hotels kurz vor dem EIngang zum Grand Canyon Nationalpark, angekommen. Hier haben wir das wohl schönste kleine Motel bisher gefunden.

Knapp 4 Stunden habe ich jetzt damit zugebracht diesen Eintrag samt Bildern zu erstellen und falle jetzt mit großer Vorfreude auf den Canyon ins Bett. Ich hoffe, das war nicht zu viel Input, Meinungen gern in die Kommentare. Und nun: Frohe Ostern und gute Nacht.


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2

Apr

2012

Von Hippies und Knackis

By richy. Posted in Amerika | 3 Comments »

Es gibt sie noch. Zumindest die Hippies. Nachdem wir nicht ganz so schön von San Francisco empfangen wurden und ich 2 Tage lang das gemütliche Hostel Bett gehütet habe, bin ich am Mittwoch zum ersten Mal wieder auf die Straße gegangen und sofort wehte mir ein ein eindeutig riechendes Haschlüftchen um die Nase.

In drei Pullover bzw. einem Fleece-Shirt + Windjacke eingepackt sind wir also losmarschiert um uns selbst davon zu überzeugen, wie toll San Francisco doch ist. Schließlich hatten wir bis dato viel darüber gehört – vor allem ausuferndes Lob. Die Hauptschlagader der Stadt ist die Market Street die wir bis zur Bucht vorliefen. Von dort aus gingen wir dann entlang der Promenade vorbei an vielen Piers, die allsamt recht unspektakulär, manche sogar ausgesprochen hässlich aussehen. Nach einem Abstecher zum Coit Tower, der auf einem der vielen Hügel San Franciscos steht und eine grandiose Aussicht über die Stadt bietet, sind wir dann zum Pier 39, das zum Wohle der Touristen richtig nett aus sieht. Viele Lädchen auf dem Pier sind in den hübsch anzuschauenden bunten Häuschen zu finden und bieten dort lecker Seafood aber auch teure fettige Hot Dogs an. Trotz der vielen Touristen lässt es sich dort vorzüglich lang schlendern. Die riesige Robben Kolonie am Ende des Piers ist ähnlich faszinierend wie es die faulen Seeelefanten am Highway One waren.

Ganz in der Nähe des Piers ist auch die Ablegestation des Alcatraz. Dort muss man sich vorher Karten kaufen, und damit meine ich nicht kurz vorm Ablegen. Mindestens ein Tag im Voraus, für ne spontane Überfahrt also wenig geeignet. Also haben wir uns gleich zwei Tickets bei einer ungewöhnlich unfreundlichen Kassiererin gesichert und sind weiiter zur Fishermans Wharf gegangen. Die Wharf ist riesig und gefüllt mit hunderten Geschäften, vom Klamottenladen bis zum Thai Noodle Restaurant. In letzterem sind wir eingekehrt – lecker. Ich liebe Thai Food und die amerikanischen Restaurants. Erstens ist es meist bezahlbar, zweitens bekommt man immer eiskaltes kostenloses Wasser zum trinken.
Am abend haben wir in unserem Hostel dann auch endlich mal die wenigen Vorteile genutzt: Das, Zitat: “No. 1 Partyhostel in the USA” bietet jeden abend free beer. Immerhin gibt es ganz ok schmeckendes Budweiser und manchmal auch noch ein oder zwei Shots Wodka oder Tequila dazu. Auch bietet das Hostel einen professionellen Pokertisch und einen Pool Table. Langweilig wird`s also zumindest nicht. Trotzdem sind wir am nächsten Tag in ein anderes Hostel umgezogen, dass billiger war und bessere Bewertungen hatte. Das “Pacific Tradewinds” ist tatsächlich sauber und neu, dafür aber gewöhnungsbedürftig offen. Offen meint, dass es keine Türen gibt. Die “Zimmer” sind eher Nischen ohne Decke und eben Tür. Ab 9 Uhr früh war schlafen unmöglich, vor 0 Uhr auch. Trotzdem hat es uns bis Sonntag morgen beherbergt. Um den ganzen langen (hoffentlich nicht zu langen) Text mit etwas Buntem zu untermalen, hier der erste Haufen Bilder, die bis zum Alcatraz Trip entstanden sind.

Nach einem Rundgang durch ein wirklich uriges, hübsches Chinatown sind wir am Donnerstag zun endlich zum Alcatraz aufgebrochen. Mittlerweile hatte ich mir Jacke und Schal gekauft und trotzdem war mir auf “The Rock” noch kalt. Gott sei Dank spielt sich der Großteil von Alcatraz im Inneren des Zellenblocks ab. Dort bekommt man einen Kopfhörer aufgesetzt und lässt sich von einer Stimme durch das Gefängnis führen. Das war wirklich gut gemacht, sehr lebendig, es kamen sogar echte Gefangen von damals zu Wort, das ganze war zudem auch mit sphärischen Sounds unterlegt – wirklich gelungen. Für die Insassen muss dieser Knast die Hölle gewesen sein, denn “The Rock” ist nur 1,5 km vom pulsierenden Leben San Franciscos entfernt, wenn der Wind gut steht hört man das Treiben der Stadt.

Nach Alcatraz sind wir getrennte Wege gegangen, ich war mit einer Deutschen aus dem Hostel und 3 Amerikanern in einem netten Restaurant, Sinah mit einem Neuseeländer in der Stadt.
Am Freitag sollte nun endlich die Brücke, also die Golden Gate Bridge in Angriff genommen werden. Leider sind wir erst sehr spät losgekommen, der vormittag gehörte ganz allein der Planung – auf Grund des viel zu teuren OneWay Fee beim Mietwagen, mussten wir alles umschmeißen. Erst gegen 16 Uhr sind wir los, haben uns zwei Bikes geliehen und sind damit zur und über die Brücke gefahren. Das Wetter war nicht das Beste, wir konnten sie nur in tiefem Grau bewundern. Wirklich bunt wurde es hingegen am Abend, also wir zu dritt, Sinah, Michael (Amerikaner aus dem Hostel) und ich ins Castro gefahren sind. Dort waren wir feiern. Bis um 2. Danach ist überall in Californien Schluss.
Das Gute daran war, dass ich am nächsten morgen bei Zeiten raus kam und das Bike noch hatte. Also bin ich, leider ohne Sinah, sie hat ihren Schlüssel verloren, mit dem Bike durch die ganze Stadt gefahren. Durch den gigantisch großen Golden Gate Park, der so schön ist, dass er fast künstlich wirkt, ging es zum Ocean Beach, einem ebenso gigantischen Strand, an dem Surfer die hohen Wellen und Kite Surfer die starken Winde nutzen. Von dort aus ging es über einen malerischen Weg entlang der (Steil-)küste weiter Richtung Golden Gate Bridge und schließlich zurück zum Bike Verleih. Das Wetter an diesem Tag war bis zur Bike Abgabe wunderschön, erst auf dem Fußweg nach Hause hat`s mich vom Feinsten erwischt und ich kam klatschnass im Hostel an.

Heute morgen haben wir unseren Chevy abgeholt. Ein riesen Auto mit ordentlich Bums, Tempomat, Bordcomputer, Audiosystem – ein kostenloses Upgrade da unser gebuchtes Auto nicht da war. Dann ging es also los, raus aus dieser hübschen Stadt Richtung Mountain View. Dort haben wir uns die Hauptzentrale von google angesehen und sind dann weiter Richtung Yosemite Nationalpark gefahren. Davon sind wir jetzt noch ca. 100 km entfernt in einem ziemlich tollen Motel, in dem die Nacht nur 24 Dollar pro Person kostet. Ich hatte eine tolle Nacht in einem Kingsize Bed und schiebe jetzt den letzten Schwung Bilder hinterher, vorerst noch ohne Bildbeschreibungen:

Jetzt geht`s in den Yosemite!


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29

Mrz

2012

Vom Himmel zur Hölle

By richy. Posted in Amerika, Gedanken | 1 Comment »

Die Überschrift ist wieder etwas drastisch gewählt, und doch spiegelt sie das wieder, was ich den ensprechenden Momenten gefühlt habe. Unsere Reise von Santa Barbara nach San Francisco war der Himmel auf Erden. Viele Wege führen nach San Francisco, zwei davon sind der Highway 101, eine wichtige und schnelle Nord-Süd Verbindung die durch California, Oregon und Washington führt, und der Highway 1, der sich an der kalifornischen Küste entlang schlängelt. Wir haben uns für letzteren entschieden.

Der Highway 1 ist nicht nur an sich eine wunderschön gelegene Straße sondern ist auch Zubringer zu einigen wirklich sehenswerten Attraktionen. Nachdem man Santa Barbara verlässt fährt man durch hügelige Graslandschaften, mal wieder kam uns beiden der Gedanke, dass das auch locker das Mansfelder Land sein könnte. Spätestens wenn der Highway 1 aber den Ozean trifft, weiß man, dass es nicht so ist. Folgt man zuerst noch langen, steinigen Stränden, werden dann die Berge und damit der Verlauf das Highways immer höher. Erst jetzt kommt die Erhabenheit des weiten Ozeans so richtig zu Geltung. Serpentinenartig schlängelt sich der Highway an der Steilküste entlang und lässt immer wieder tolle Aussichten in einsame Buchten zu.

Eine dieser Buchten beherbergt Kaliforniens einzigen direkt in den Ozean mündenden Wasserfall. Früher war es eine felsige Bucht, heute ist dort ein Strand zu sehen. 1983 rutschte ein riesen Stück der Steilküste samt des Highways  ins Wasser. Das nun überflüssige Erdreich wurde in Form von Sand in die Bucht gekippt und ergibt heute den wundervollen wild-romantischen Anblick. Nicht ganz so romantisch geht es bei der Seeelefanten Kolonie zu. Die findet man auch direkt am Highway. Hunderte Seeelefanten liegen faul am Strand rum, schippen sich mit ihren Flossen selber Sand auf ihre Rücken und kämpfen auch gern mal im die Gunst der Seeelefantinnen ;-) . Faszinierend.

Gen abend erreichten wir langsam die Bay-Area. Allein die Wegweiser zauberten ein Lächeln auf unsere, ok, besser auf meine Lippen: Palo Alto (Hauptsitz von Hewlett Packard, Facebook (bis 2011) und VMware), Stanford University, Silicon Valley, all das liegt kurz vor San Francisco, der Stadt der Hippiekultur, die es wohl immer noch ist.

Sie ist nicht nur das, sie ist auch unheimlich teuer. Man sagte uns, dass San Francisco vom Preisniveau gerade New York überholt hat.

Und nun begann der Horror. Müde und erschöpft kamen wir mit unserem Mietwagen mitten in der Innenstadt am Union Square an und betraten das Hostel. Mir ging es immer schlechter, ich hatte mir in Los Angeles, was nicht so sommerlich warm wie erwartet war, was weg geholt. Im Hostel eröffnete man uns, dass man hier nirgends parken, dafür aber den “günstigen” Parkservice nutzen  könne. 15 Dollar + Schlüssel sollten wir abgeben und das Auto am nächsten morgen per Telefon ordern. Na gut, dann haben wir es eben, was bleib uns anderes übrig, einem wildfremden Menschen mitgegeben.

Dann haben wir unsere Schlüssel bekommen und durften auf die fürstlichen Zimmer gehen. Dort angekommen bot sich mir ein nicht allzu schönes Bild. Hornalte Betten, undichte Fenster durch die es pfiff, keine Schließfächer. Aber es wurde noch besser: Die Toiletten hatten keine Waschbecken, die Duschräume keine Spiegel, dafür gab`s auf dem Zimmer ein Waschbecken mit Spiegel, aber zu wenig Steckdosen. Alles in allem eine ziemliche Katastrophe, vor allem wenn man krank ist. Am nächsten Tag wurde mir offenbart, dass das Finanzamt komische Fragen stellt und die Hölle war perfekt. Da ich von dieser Hölle keine Bilder habe, zeige ich jetzt die vom Himmel ;-)

Seit Montag sind wir nun in San Francisco, nach 2 Tagen im Bett habe ich heute den ersten Tag San Francisco erlebt. Wie der war und wie die nächsten werden, gibt`s bald wieder genau hier.

 


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25

Mrz

2012

Erfüllter Traum

By richy. Posted in Amerika | 1 Comment »

Endlich. Ich hab es geschafft. Das wollte ich, wahrscheinlich versteht das keiner, aber ich brauchte das. Was? New Port Beach. Immer noch ratlos?
New Port Beach ist “Schauplatz” meiner kitschigen Lieblingsserie “O.C. California”. Natürlich musste ich also raus finden, wo die Serie gedreht wurde und die Drehorte besuchen.

Nachdem wir das Business Viertel und einige ehrwürdige Gebäude in Downtown Los Angeles, also der Innenstadt, betrachtet haben, sind wir am Donnerstag Abend zusammen mit Samu, unserer finnischen Hostelbekanntschaft , und etwas Wodka-Cola in der Zimmerküche versackt. Dabei kam meine besagte O.C. California Tour zur Sprache von der Samu sehr angetan schien. Kurzerhand kam er am Freitag einfach mit und erklärte mir auf dem Weg zum Hauptdrehort, wie sehr er diese Serie mag. Die Serie wurde nicht in New Port Beach gedreht, sondern in Redondo Beach, was zum Los Angeles County, also quasi zur Stadt gehört. Die Reise dorthin war mit 2,5 Stunden Metro und Busfahrt mal wieder unerträglich lang. Gelohnt hat es sich:

Die Fahrt zurück war genauso lang. Die Busse in Los Angeles halten an jeder Straßenkreuzung und kommen so unglaublich langsam vorwärts. Zudem gibt es an den Haltestellen keine Pläne, man wartet auch gern mal 40 Minuten bis überhaupt ein Bus kommt. Für Touristen wie uns ist das blöd, für Amerikaner kein Problem, denn an jeder Haltestelle steht eine Telefonnummer, die man anrufen kann um sich zu erkundigen wann was wohin und wie schnell fährt.

Die Zeit die man in LA im Bus sitzt verbringt man am besten damit, die Menschen, die so mit drin sitzen zu studieren. So einige Clichés erfüllen sich: Viele Amerikaner sind unheimlich fett. Nicht dick, sondern fett. Vor allem sind das schwarze Frauen die manchmal sogar Probleme haben durch den Gang des Busses zu passen. Außerdem stellt man schnell fest, wie viele Amerikaner durch das grobe Netz der sozialen Absicherung rutschen. Man sieht vielen Leuten an, dass sie sich keinen Zahnarzt leisten können und das saubere Klamotten keine Selbstverständlichkeit sind. Insofern ist die USA so, wie man sie sich vorstellt. Groß, pompös, sehr arm und super reich, voll mit Fastfood Restaurants, die riesige Burger garniert mit fettigen Pommes servieren, wahnsinnig breite Straßen und Städte, die vollständig auf den amerikanischen Autofahrer ausgerichtet sind.

Aber eines muss man diesem Land und seinen Einwohner auch zu Gute halten: Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit wird hier ganz groß geschrieben. Was auch immer unser Problem war, schon fast aufopfernd wurde uns geholfen. Als wir nach der Suche der letzten O.C. Filming Location mitten in einem Wohnviertel standen und keine Bushaltestelle weit und breit zu finden war, hat uns eine nette Familie die wir um Rat fragten kurzerhand mit dem Auto zur Hauptbusstation gefahren.
Egal ob im Bus, der Bahn oder im Hostel, überall wird man angesprochen und in durchaus angenehmen Smalltalk verwickelt. So kann es schon mal passieren, dass man einem wildfremdem Anerikaner in der U-Bahn seine halbe Lebensgeschichte, oder zumindest die weiteren Reisepläne erzählt.

Nach unserer O.C. Tor(tour) habe ich im Gegensatz zu Sinah und Samu noch das Abendprogramm des Hostels genutzt. Für 25 Dollar konnte ich im Schwesterhostel in WeHo (Westhollywood) kostenlos trinken, mich dann in einer Limousine zu einem Nachtclub chauffieren und mich auf den Eintritt einladen lassen. Nicht nur die Limo Fahrt durch Hollywood sondern auch der Club war einsame Spitze, zumindest bis nachts um 2, als ganz unvermittelt die Lichter an gingen. Ähnlich wie in Australien haben die Clubs auch in Amerika Ausschanklizenzen, die nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit gehen.

Nach dieser Nacht und mal wieder zu wenig Schlaf haben wir unser erstes Mietauto abgeholt. Damit sind wir nochmal zum berühmten Hollywood Zeichen gefahren und haben dann Los Angeles auch schon verlassen. In Californien ist SpringBreak, deswegen ist es schwer eine Unterkunft zu finden. Heute sind wir in einem ganz famosen Laden abgestiegen. Dem Super 8 Motel. Unser Glück: Es war nicht nicht ganz ausgebucht, wir haben noch ein Zimmer bekommen. Unser Pech: Raucherzimmer. Hier drin stinkt es, als hätte man die Shisha Lounge seit 3 Monaten nicht mehr gelüftet. Trotzdem ist es sauber und mit 80 Doller pro Zimmer noch bezahlbar.

Bevor wir weiter Richtung San Francisco entlang des Küsten Highway One fahren, gibt`s aber noch ein paar Bilder:

 

 


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22

Mrz

2012

groß, GRÖßER, L. A.

By richy. Posted in Amerika | 2 Comments »

Als ich beim Landeanflug aus dem Fenster des Flugzeuges schaute, war mir zum ersten Mal bewusst, wie groß Los Angeles eigentlich ist – es ist riesig. Aber ich beginne mal am Beginn und nicht so mitten drin.

Nach knapp 4 Stunden Schlaf bin ich am Montag morgen um 4 Uhr aufgestanden und voller Enthusiasmus zum Flughafen gefahren, sogar zum Richtigen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, denn aus mir unerfindlichen Gründen war ich bis zuletzt felsenfest davon überzeugt von Schönefeld aus zu fliegen. Ein empfohlener Blick auf`s E-Ticket verriet mir aber, dass es Tegel ist, welcher als Abflug-Airport dienen sollte. Der Rest war unspektakulär, alles hat ganz einfach geklappt, Check-In, Abflug, kein Essen im ersten Flieger, Landung in Madrid, ja selbst der ellenlange 12 Stunden Flug in die Staaten war ganz entspannt. Nicht mehr ganz so entspannt war es dann auf dem Flughafen.

Nicht etwa die Einreiseformalitäten stellten ein Problem dar, wir durften sogar an den “US Citizens” Schalter, sondern der danach folgende Versuch an Geld zu kommen. Sowohl meine EC-karte als auch Sinahs Kreditkarte waren offensichtlich ungeeignet um ein paar Dollar aus dem Automaten der Bank of America (übrigens eine Partnerbank der Deutschen Bank) zu bekommen. Letztlich hat am Sinah am dritten Automaten dann doch Geld bekommen, sodass wir erstmal, zumindest mit Geld, versorgt waren.

Unsere nächste Aufgabe war nun herauszufinden ob wir das Hostel, welches wir “reserviert” hatten, auch wirklich bekommen haben. Leider hat das Hostel auf unsere E-Mail Anfrage nicht reagiert, sodass wir uns anderweitig kümmern mussten. Also haben wir kurzerhand die Nummer des Hostels ausfindig gemacht, dort angerufen und zwei Betten reserviert. Nach 2 Stunden Fahrt im Großraumtaxi sind wir dann endlich im Hostel angekommen.  Nach einer kurzen Stärkung beim Thai um die Ecke gings dann auch ins Bett, wir hatten einen langen Tag hinter uns, durch die Zeitverschiebung ist die Sonne für uns quasi erst nachts um 2 unter gegangen.

Da wir der Sonne hinterher geflogen sind, konnte ich schon im Flieger einige schöne Bilder machen, hier eine Auwahl

Am Dienstag sollte nun unser erster Tag in Los Angeles beginnen. Gott sei Dank mussten wir uns ums Frühstück keine Sorgen machen, denn das ist im Hostelpreis von 22 Dollar die Nacht inklusive. Das Frühstück ist einfach aber gut, es gibt Toast, Erdbeermarmelade, Corn Flakes (sogar die gezuckerten) und guten Kaffee.
Nach dem Frühstück sind wir also los marschiert. Unser Hostel ist direkt auf dem Hollywood Boulevard gelegen, der Walk of Fame beginnt ein paar Meter vom Hostel entfernt. Letzterer ist ziemlich unspektakulär.  Es sind halt viele, sehr viele, ich glaube 2000 Sterne auf denen viele Namen, die meisten zumindest mir völlig unbekannt, stehen. Genauso unspektakulär ist Hollywood ansich auch. Die Häuser sind alt, nicht besonders gepflegt, nichts von Glamour oder Reichtum ist zu spüren. Einzig der kleine Teil des Boulevards, wo das Kodak Theater, der Austragungsort der Oscar-Verleihungen, zu finden ist, versprüht etwas von dem Flair, was man sich vorstellt wenn man “Hollywood” hört. Gegenüber dem Kodak Theater wurde gerade ein neuer Stern eingeweiht. Nun hat auch die “Muppet Show” einen Stern. Das wurde dort natürlich mit viel TamTam und Blitzlichtgewitter gefeiert – nett.

Um einen ersten Überblick über Hollywood, Beverly Hills und den Heimen der Schönen und Reichen zu erlangen, haben wir eine Guided Tour mitgemacht. Die hat 25 Dollar gekostet und sich echt gelohnt. Denn erlaufen kann man all diese Attraktionen nur schwer. Im Gegensatz zu Hollywood hält Beverly Hills, was es verspricht. Es ist ein unglaublich schickes Viertel, in dem jeder Grashalm perfekt zugeschnitten scheint. Und hier wohnt auch tatsächlich alles, was Rang und Namen hat. Wir sind am Haus von J-Lo, Heidi Klum und Will Smith vorbei gefahren und konnten auch das gigantische Anwesen vom Tom Cruise bewundern. Zugegeben, da wird man neidisch.

Von dort aus ging es weiter zum weltberühmten Rodeo Drive, eine Einkaufsstraße für Reiche in der Geschäfte sind, die so edel aussehen, dass man sich gar nicht traut hinein zu gehen. Wenn man also draußen bleibt sieht man Autos, von denen man gar nicht gewusst hat (zumindest ich nicht) dass es sie gibt.

Die Tour fand am Kodak Theater ihr Ende, von dort aus sind wir dann allein weiter auf Entdeckungsreise gegangen. Das ist in Los Angeles gar nicht so einfach, denn es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Reise, die man unternehmen muss um sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Eigentlich ist Los Angeles gar nicht so groß, denn Hollywood, Long Beach, Beverly Hills, all die sind eigene Städte, sie haben ihre eigene Polizei, ihre eigene Feuerwehr und werden eigenständig verwaltet. das LA County, wozu all diese Städte gehören, ist das, was man unter Los Angeles im weitesten Sinne versteht. Im Klartext: Alles ist so unglaublich weit entfernt, dass es zur Tagesaufgabe werden kann zum nächsten “Stadtteil” zu kommen.

Am Mittwoch haben wir uns einen Tagespass gekauft. Der kostet eigentlich 5 Dollar, wenn man aber nicht wechseln kann, gern auch mal 10. Wir haben ihn genutzt und sind nach Santa Monica gefahren, eine weitere Stadt in LA die am Strand liegt. Eigentlich gibt`s bis auf den Strand auch nichts besonderes dort. Deswegen sind wir zu Fuß weiter Richtung Venice Beach gelaufen. Dort fand ich mein bisheriges Highlight, den Venice Board Walk. Dieser Walk ist eine ewig lange Ladenstraße am Strand entlang, die nur so von Leben in allen Formen strotzt. Unser Reiseführer, der Lonely Planet USA hat es treffend formuliert: “Als Freakshow, Menschenzoo und irrer Karneval ist der Venice BoardWalk Pflichtprogramm.” Man findet dort hunderte kleine Lädchen in denen man alles kaufen, sich massieren oder beschwören, oder auch malen lassen kann. Außerdem führen dort Künstler ihr Können vor, egal ob Rollschuhfahrender E-Gitarrenspieler oder Zauberer mit zweiköpfigen Schildkröten in einem Bauchbasin, dort gibt`s wirklich was zu sehen. Ein Stück Richtung Strand sind riesige Skaterparks, Tennisplätze, Open Air Fitnessstudios und ein wunderschöner, Palmengesäumter Sandstrand – traumhaft.

Mittlerweile war der Sonnnenuntergang in vollem Gange und wir versuchten einen Bus ausfindig zu machen, der uns wieder Richtung Hollywood bringt. Keine leichte Aufgabe. Es verkehren mehrere Busgesellschaften, das Ticket gilt aber nur für eine. Richtige Pläne gibt es nicht, also sind wir in einen beliebigen Bus und haben es irgendwie in 2 Stunden wieder zum Hostel geschafft. Dort angekommen wurden wir direkt von unserem Zimmernachbarn empfangen. Der hatte tolle Neuigkeiten zu überbringen: Kostenlose Tortillas und alkoholische Getränke auf`s Haus. Wir haben uns nicht zweimal bitten lassen, haben gut gegessen, ein Schlückchen getrunken, haben gefühlt das ganze Hostel kennengelernt und sind dann ins Nightlife von Hollywood gestartet.

Etwas verkatert sitze ich nun hier und präsentiere die nächste Auswahl meiner Bilder:

Heute werden wir nach Downtown LA fahren, und wenn noch Zeit bleibt auch noch nach Long Beach. In diesem Sinne, God bless America, und vor allem all meine Leser ;-)


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